Gefahr für die Südstadt

Das Klimateam der Grünen in Recklinghausen kommt zu dem Ergebnis, dass bei Starkregenereignissen das Wasser aus der City in die Südstadt abläuft und die Situation dort noch verschärft. Hellbach und Kanalisation können die Wassermassen kaum aufnehmen. Hinzu kommt, dass auch durch die Bepflanzung im Hellbach Gefahr droht. Ggf. könnten sich Barrieren bilden, die das Wasser stauen und noch weiter ansteigen lassen. Eine echte Gefahr für die Südstadt.

„Wir verniedlichen die Situation, indem wir „nur“ von überfluteten Kellern sprechen. Vielmehr besteht Gefahr für Leib und Leben“, so die Einschätzung der Bürger*innen im Arbeitskreis Klima. „Es geht auch nicht an, dass beschwerdeführende Bürger*innen von einer Institution an die andere verwiesen werden mit dem Hinweis, man sei nicht zuständig. Das muss ein Ende haben“. In Ihrem Maßnahmenkatalog fordern sie deshalb von Bürgermeister und Politik:

· eine Bündelung und Koordination von Zuständigkeiten bei Land, Kommune und Emschergenossenschaft

· eine angemessene Aktualisierung der Recklinghäuser Starkregengefahrenkarte

· umfassende Informationen für Bürger*innen zum Verhalten bei drohendem Hochwasser

· ein weitreichendes Warnsystem

· Überprüfung des Hellbachs

· Anpassungsmaßnahmen zur Speicherung und intelligenter Leitung des Regenwassers

„Ein Ende der Kraftlosigkeit“, fordern engagierte Bürger*innen des Arbeitskreises Klima und Umwelt im Stadtverband der Grünen in Recklinghausen. „Wir vermissen den unbedingten Willen zur Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen beim Bürgermeister und in Teilen der Politik“. So sei ein drängendes Thema die Gefahr von Starkregenereignissen in Recklinghausen. „Wir hatten im vergangenen Sommer sechsmal in Folge Hochwasser in der Südstadt“, so eine besorgte Anwohnerin des Hellbachs. Folge war die Überschwemmung zahlreicher Keller. Der Hellbach hatte sich in einen reißenden Strom verwandelt, die Überflutungsbecken liefen über. Die Anwohnerin hatte das Hochwasserereignis gefilmt. „Das Wasser stieg und stieg und kam der Deichkrone gefährlich nah“.

„Zusammengefasst bedeuten diese Anpassungsmaßnahmen Entsiegelung von Flächen, Abkopplung von der Kanalisation, Rückhalt, Versickerung und Verdunstung von Regenwasser. Niederschlag soll dort aufgefangen werden, wo er niedergeht“, so das Klimateam. „Eine große Aufgabe, die wir gemeinsam mit Kommune und Bürger*innen dringend anpacken sollten!“

Stefanie Pillai, Jürgen Goldbeck, Martina Leßnig

PS: Alle interessierten Bürger*innen sind unabhängig von Parteibüchern herzlich eingeladen, im Arbeitskreis mitzuarbeiten.

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