Podcast-Gespräch zur Lastenradförderung

In der neuen Podcastfolge der Recklinghäuser Grünen sprach der Moderator Oliver Kelch mit Kamala Kirschner (Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen), Frank Lumpe (2. Vorsitzender des ADFC im Vest Recklinghausen), Carsten Schlieter (Geschäftsführer der Edelhelfer GmbH Recklinghausen) über das Thema Lastenrad. In einem lebendigen Gespräch wurde über die Fördermöglichkeiten von Lastenrädern für die private und gewerbliche Nutzung, über Auswahlkriterien, das Konzept der Lastenanhänger, sowie Einsatzmöglichkeiten im privaten und gewerblichen Bereich gesprochen. In dem digitalen Erfahrungsaustausch wurde auch die sich verändernde Infrastruktur und der zunehmende Zuspruch für Fahrräder und Lastenräder thematisiert. Eine Linksammlung mit Quellenangaben zu den im Gespräch genannten Themen gibt es am Ende des Textes.

Oliver Kelch: Wie ist der aktuelle Stand bei Lastenrädern und wie sehen die Entwicklungen der letzten 3 Jahre aus?

Carsten Schlieter: Vor 3 Jahren hat das Thema angefangen Fahrt aufzunehmen und ist langsam aus dem Nischen-Dasein herausgekommen. Zwischen 2020 und 2021 haben sich die Zahlen der verkauften Lastenräder nahezu verdoppelt. Schlüsseltreiber sind Familien, die das Lastenrad als Kurzstreckenfahrzeug innerhalb eines 5 km Radius stadteinwärts nutzen, um damit ihre Kinde zur Kita zu fahren oder ohne Parkplatzsuche direkt zum Marktplatz zu kommen. Gewerblich werden in Recklinghausen noch kaum Lastenräder eingesetzt, was am einfachen Zugang für Transportfahrzeuge liegen wird. In Großstädten wir Köln, wo Lieferfahrzeuge kaum Möglichkeiten haben in Innenstadtbereiche hereinzufahren sieht es wieder anders aus.

Oliver Kelch: Wie fährt sich so ein Lastenrad?

Kamala: Mit einem Lastenrad zu fahren hat auf jeden Fall seinen Charme – man hat das Kind direkt vor sich, sieht das Gleiche und es fühlt sich jeden Tag wie eine kleine Erlebnistour an. Bei uns kam die Kaufentscheidung daher zustande, weil der Fahrradanhänger zu klein wurde und unsere Tochter noch nicht selbst mit dem Rad fährt. Für mich kam keine andere Lösung infrage, weil ich mit dem Rad schneller bin als mit dem Auto, für das noch ein Parkplatz gefunden und bezahlt werden muss. Weil Kurzstrecken schlecht für den Auto-Motor sind, lassen sich vielleicht auch Autoliebhaber überzeugen. Um einen Überblick über die Modellvarianten zu bekommen, haben wir uns Lastenräder bei einem Lastenradzentrum in Gelsenkirchen1 und mehreren Lastenradanbietern in Münster2 angeschaut und Probe gefahren. Für uns war das Fahrverhalten und das Sicherheitsgefühl entscheidend. Wir haben uns für ein einspuriges Modell mit 2 Rädern entschieden, weil die Dreiräder gerade bei unebener Fahrbahn etwas wackeliger waren als die einspurige Ausführung. Auffällig wurde das Fahrverhalten erst draußen bei einer Probefahrt in Münster3, davor war ich noch vom dreirädrigen Modell überzeugt, dass ich zuvor nur in einer Halle Probe gefahren bin. Das Dreirad ist im Stand und beim Anfahren leichter zu Händeln, und das einspurige Rad ist viel stabiler, wenn es in Fahrt ist. Es gibt aber auch dreirädrige Modelle, die in Kipplage gehen, aber hier hatte ich das Gefühl nochmal alles neu lernen zu müssen. Entscheidend ist für jeden selbst herauszufinden, welches Rad sich am sichersten anfühlt und das ist sehr individuell. Mir persönlich macht es mehr Spaß, als mit dem „normalen“ Fahrrad zu fahren. Man sitzt total gerade, hat die elektronische Unterstützung und ist dabei relativ schnell unterwegs, nur das Anfahren ist am Anfang etwas wackelig. Beim dreirädrigen Modell ist das Anfahren zwar einfacher, aber das Fahren etwas holpriger, was auch mit der Infrastruktur zusammenhängt, worauf Frank sicher noch eingehen wird.

Oliver Kelch: Wie ist der Stand der Infrastruktur mit Abstellmöglichkeiten und Fahrradwegen in Recklinghausen?

Frank Lumpe: Recklinghausen hat ähnliche Defizite in der Radinfrastruktur wie auch andere Städte. Um den Radverkehr zu unterstützen, müssen wir dem motorisierten Verkehr zwangsläufig Platz wegnehmen. Es gibt allerdings gute Ansätze in Recklinghausen. Es hat eine Schülerinitiative von den Gymnasien gegeben, die ein Konzept4 entworfen haben, dass die Wegeverbindung für die mit dem Rad pendelnden Schüler*innen verbessern soll und jetzt von der Stadt umgesetzt wird. Die ersten Vorbereitungen finden in der Nähe der Post statt, wo ein Kreisverkehr eingerichtet werden soll. Es soll ein regelrechtes Radwegenetz in der Stadt entstehen. Diese Fahrradbügel mit der Auto-Silhouette sind auch ganz nett, weil sie zeigen wie viele Fahrräder auf einem Auto-Stellplatz Platz haben, aber hier muss noch mehr passieren. Ich spüre aber seitens der Stadt und der Politik, dass eine große Bereitschaft zur Veränderung da ist.

Carsten Schlieter: Als Ergänzung dazu würde ich auch gerne auf Studien5 hinweisen, die deutlich zeigen, dass nur ein Drittel der Verkehrsteilnehmer absolute PKW-Nutzer sind. Die anderen können sich für den urbanen Bereich gut einen Umstieg auf das Rad vorstellen, allerdings zählen von den 70 Prozent nur 10 Prozent zu den „Hartgesottenen“, die auch bei schlechteren Voraussetzungen das Rad nehmen. Die anderen 60 Prozent könnte man mit Geschwindigkeitsharmonisierung des Auto- und Radverkehrs motivieren, aber auch die Umwidmung zu Fahrradstraßen ist eine Möglichkeit. Wenn ein Fahrzeug mit 30 km/h statt 50 km/h überholt, fühlt sich das viel sicherer für den Radfahrer an.

Frank Lumpe: Wir brauchen im Grunde genommen für den Weg hin zum Fahrrad zwei Dinge: A: Defizite für den motorisierten Verkehr und damit einen Antrieb der uns aufs Fahrrad bringt, sowie B: ein Angebot, zum Beispiel Lastenräder, eine gute Infrastruktur und noch weitere Vorteile für den Umstieg. Der Ausbau der Infrastruktur wird noch sehr lange dauern, aber da sind wir auf einem guten Weg. Das zeigt sich daran, dass die Defizite in vielen Städten zu Radentscheiden geführt haben, sodass sich die Politik mit dem Thema Fahrrad in einem Programm befassen muss. Dazu kommt die Nachweispflicht, was jährlich für den Radverkehr ausgegeben wird und was jährlich umgesetzt wird. In Berlin führte dies auch zu einem Fahrradgesetz und auch in Nord-Rhein-Westfalen haben wir jetzt ein Fahrradgesetz6. Wir spüren eine große Bereitschaft in der Bevölkerung für einen Umstieg aufs Fahrrad, aber gleichzeitig auch einen großen Unmut über die Infrastruktur, die seit Jahrzehnten für Autos aufgebaut wurde und nun in einer Mammutaufgabe fahrradfreundlicher werden soll.

Wenn ich mich heute für ein Lastenrad entscheide, ob zu privaten oder beruflichen Zwecken, muss ich mir viele Fragen stellen:

A) Was kriege ich aus der ganzen Palette von Lastenrädern. Wir können hier ungefähr 20 unterschiedliche Modelle nennen
B) Wo kann ich mir die Lastenräder angucken?
C) Wo kann ich die Lastenräder Probe fahren

Das heißt: Bei 20 Modellen muss ich unter Umständen zu 20 Orten hinfahren, um mir diese anzuschauen und diese zu fahren. An den meisten Standorten lassen die sich nicht ausprobieren und das richtige Fahrverhalten zeigt sich häufig erst im Alltag. Hier muss sich noch einiges tun, damit die Vorteile auf der Hand liegen.

Oliver Kelch: Was kostet ein Rad und wieviel bekomme ich an Förderung?

Carsten Schlieter: Es gibt Förderungen für die gewerbliche und private Nutzung. Es bietet sich für kurze Wege von Betrieben an, zum Beispiel für die Post einer Anwaltskanzlei, aber für den Transport von Kindern einer Kita. Die meisten gewerblichen Förderungen übernehmen ein Drittel des Anschaffungspreises bis zu einem maximalen Anteil von 2.000 Euro. Für die private Nutzung gibt es die Förderung der Stadt7. Die Preise im Lastenradbereich sind sehr gespreizt, die allergünstigsten fangen im Bereich um die 3.000 Euro an, die Modelle haben aber eine sehr einfache Technik. Das zeigt sich schon im Vergleich mit konventionellen E-Bikes, die im Preis zwischen 2.000 bis 3.000 Euro liegen. Wenn man für das gleiche Budget ein Lastenrad bauen will, ist das technisch schon herausfordernd. Wir persönlich würden anraten etwas mehr für das Lastenrad auszugeben, weil bei den günstigen Modellen die Technik nicht ganz ausgereift oder sehr anfällig ist. Gerade wenn man sein Zweitfahrzeug abgibt und dafür ein Lastenrad als Transportalternative anschafft, sollte das System entsprechend stabil sein. Die höherwertigen Modelle liegen zwischen 5.000 und 7.000 Euro und sind meistens technisch und statisch ausgereift, sodass Ausfälle selten vorkommen und damit Lasten und Kinder zuverlässig transportiert werden können. Die Kosten privat genutzter Lastenräder liegen bei maximal 10.000 Euro Anschaffungswert, bei gewerblich genutzten Lastenrädern können die Kosten auch auf bis zu 15.000 oder 20.000 Euro steigen. Dann sprechen wir aber über Schwerlastkonzepte und großvolumige Transportoptionen.

Oliver Kelch: Habt ihr momentan Modelle, die man ausprobieren kann?

Carsten Schlieter: Wir haben gerade in Dortmund ein Lastenradzentrum8 eröffnet. Dort haben wir Ausstellungsmodelle der „Long-John“-Lösungen und Dreiradlösungen stehen. Aber es kann schon sein, dass wir, wie aktuell bei einer Bestellung von Westenergie, eine Lieferzeit von rund 20 Wochen haben. Wir haben derzeit keine Räder als Take-Away Lösung. Man kann sich die Räder vor Ort anschauen und sich dann auf Wartelisten schreiben lassen, um die Räder nach Reservierung kaufen zu können. Pro Monat werden uns 5-6 Lastenräder geliefert.

Oliver Kelch:  Wie hat die Lastenradförderung der Stadt Recklinghausen funktioniert? Wie lange hast du gewartet, bis der Antrag genehmigt war?

Kamala: Ich habe am 28.11.2021 einen Antrag gestellt und bekam sieben Werktage später den Zuwendungsbescheid. Am Wochenende darauf habe ich das Lastenrad gekauft und nochmal sieben Werktage nach Einreichung der Rechnung sind die 1.000 Euro Lastenradförderung7 auf meinem Konto eingegangen. Im Antrag selbst musste man nur Adresse, Kontodaten und die Option, ob man ein Lastenrad oder einen Lastenanhänger anschaffen will, angeben. Beim Lastenanhänger werden maximal 100 Euro und bei einem Lastenrad maximal 1.000 Euro gefördert. Die 1.000 Euro Förderung beim Lastenrad richtet sich nach dem Kaufpreis. Bei einem Anschaffungspreis unter 3.000 Euro beträgt die Förderung maximal 30 % des Kaufpreises, höherpreisige Modelle werden mit maximal 1.000 Euro bezuschusst.

Carsten Schlieter:: Wegen der derzeitigen Preisentwicklung kommt man mit einem E-Lastenrad gar nicht unter 3.000 Euro, es sei denn man verzichtet auf die elektrische Unterstützung. Das ist aber schon eine körperliche Herausforderung bei der Topografie in Recklinghausen. So ein Lastenrad wiegt unbeladen rund 40 kg und ist im Anfahren sehr behäbig. In Holland sieht man diese Räder ziemlich häufig, weil es dort sehr eben und flach ist, aber hier muss man sich allein die Cäcilienhöhe, den Börster Weg oder den Quellberg vorstellen, da bleibt man wohlmöglich stehen.

Oliver Kelch: Ich hatte bei einer Radtour mit meinem E-Bike in Trier eine Panne und wurde vom ADFC abgeschleppt. Wie sieht das bei einem Lastenrad aus?

Carsten Schlieter:: Es gibt im Rahmen von Spezialversicherern9 mittlerweile Versicherungen mit Mobilitätsgarantien, die Hausratsversicherung reicht hier nicht aus. Viele Lastenradnutzer fragen sich, was ist wenn das Rad geklaut wird oder ich damit einen Schaden habe. Daher geht es auch hier zu einer Full-Service-Mentalität wie beim Auto über, bei der Service, Versicherung und Mobilität garantiert werden. Wir hatten bereits Fälle, meistens ein Speichenbruch oder ein platter Reifen, wo ein Abschleppfahrzeug vom ADAC ein Lastenrad zu uns in die Werkstatt gefahren hat. Bei einem Platten ein beladenes Lastenrad zu schieben kommt anders als beim normalen Rad nicht in Frage.

Oliver Kelch: Hast du schon einen Platten gehabt, Kamala?

Kamala: Nein, Gott sei Dank nicht. Aber ich kann schon aus meiner Erfahrung bei der Abholung berichten, dass der Transport nicht ganz einfach war. Wir haben uns einen Kleintransporter gemietet, der Ösen im Inneren hatte, um das Lastenrad mit Gurten zu fixieren. Im Werkstattwagen meines Mannes war beispielsweise zu wenig Platz, weil das Lastenrad neben der Länge auch eine andere Breite als ein herkömmliches Fahrrad hat. Mein Lastenrad, ein urban arrow, gehört dabei noch zu den schmalen Lastenrädern und ist daher auch noch etwas wendiger als die breiteren Modelle mit 3 Rädern.

Carsten Schlieter: Wenn man sich ein Lastenrad kauft, sollte man bedenken, dass diese auch vor Ort gewartet und repariert werden können. Auch für Garantiethemen oder Schwierigkeiten mit dem Rad sollte es einen Fachhändler in der Nähe geben. Viele Händler können diesen Service gar nicht anbieten, weil man für die Reparatur und Wartung neben Platz auch spezielle Hakenkräne benötigt, die über mehrere Arbeitsplätze gehen, um diese Lastenräder zu heben. Sie lassen sich nur hochgehoben reparieren und nicht auf dem Kopf stehend wie konventionelle Räder.

Oliver Kelch: Welche Förderungen von Land und Bund gibt es?

Frank Lumpe: Es gibt eine Landesförderung10, die bisher progress geheißen hat. Die Förderung ist nur gewerblich nutzbar, genauso wie die Bundesförderung11. Zielgruppe für die beiden Förderungen sind Gewerbetreibende, Selbstständige, Kommunen, Vereine und Verbände. Der Clou ist, dass man beide Förderungen verbinden kann. Wir haben uns vom ADFC auch ein Schwerlastenrad zugelegt, um ein ganzes Standequipment unterzubringen und damit auf die Marktplätze der Innenstadt zu fahren und dort präsent zu sein. Das Schwerlastenrad bot sich wegen dem riesigen Kasten an. Bei so einem Modell kommt man schon auf eine Summe von 15.000 Euro und mehr, dass deckt so eine Förderung natürlich nicht ab. Ich möchte aber auch auf die Möglichkeit eines Lastenanhängers eingehen, der nur kurz angesprochen wurde. Es gibt Modelle auf dem Markt, die nicht elektrisch betrieben sind aber es gibt auch elektrisch betriebene Anhänger. In Münster habe ich einen Maler gesehen, der mit einem normalen Fahrrad und Anhänger gefahren ist und in einer Box mit Werbeplakat eine Utensilien transportiert hat. So etwas funktioniert gut in Münster, wo es flach ist, aber hier würde sich eine motorisierte Variante anbieten

Carsten Schlieter: Es gibt das Lastenanhänger Konzept „Carla Cargo“12. Der integrierte Motor stellt fest, wenn sich das Fahrzeug davor in Bewegung setzt und schaltet sich ein. Dabei hat der Anhänger die Breite einer Palette. Wir haben das System auf unserem Gelände ausprobiert. Der Charme dabei ist, dass es sich mit einem konventionellen Rad kombinieren lässt. Für den Großeinkauf wird er einfach drangehangen und macht aus dem konventionellen Rad ein Lastenrad.

Oliver Kelch: Wie sieht eine Kombination aus Lastenrad und Öffentlichen Nahverkehr aus? Mit meinem E-Bike komme ich noch ohne Probleme in den Fahrstuhl am Hauptbahnhof, wie ist es mit einem Lastenrad im Zug?

Kamala: Bei einem Aufzug hat man keine Chance, aber es gibt am Recklinghausen HBF links vom Haupteingang eine separate Rampe, über die man das Lastenrad an Gleis 1 hochschieben kann. Ich würde mich allerdings nicht trauen, das Lastenrad mit in den Zug zu nehmen. Aber man könnte das Lastenrad in der neuen Radstation13 abstellen. Dort gibt es 2-4 Stellplätze für Lastenräder, die abhängig von der Breite der Lastenräder sind. Von meinem Lastenrad würden auf den 2 Parkzonen jeweils 2 nebeneinander Platz finden, aber das Schwerlastenrad eines Handwerkers mit großer Kiste würde eine komplette Parkzone einnehmen.

Oliver Kelch: Weiß jemand wie die Bahn beim Thema Lastenräder aufgestellt ist?

Frank Lumpe: Ich sehe die Schwierigkeiten an allen Stellen, ich habe dazu 2 Beispiele: Eine Freundin von mir ist behindert und hat ein längeres Dreirad, nehmen wir an das könnte auch ein Lastenrad sein. Sie hat sich von der Bahnhofsmission helfen lassen müssen, um in den Zug zu kommen. Ich habe jemanden erlebt, der sein „Long-John“ Hochkant in den Aufzug gestellt hat. Das sind Skurrilitäten, wie man sich mit den Defiziten arrangiert. Das ist neben der Verkehrsinfrastruktur draußen auf der Straße ein riesen Thema. Diese Kombination von Radverkehr und ÖPNV wird öffentlich angestrebt und hier gibt es viel zu tun. Hier fehlen noch Konzepte. Zum Schluss würde ich gerne noch über Vermietung sprechen.

Kamala: Ich habe bei der Eröffnung der Radstation mit dem Geschäftsführer gesprochen, der für das Thema Lastenräder aufgeschlossen ist. Wir hatten zuvor die Problematik, dass uns in Recklinghausen ein Betreiber für den Lastenradverleih gefehlt hat, was sich nun ändern könnte. Als mögliche Fläche kommt der Leerstand im Nachbargebäude infrage, in dem sich auch die Bahnhofsmission befindet. Dann haben wir auch ein geschlossenes Konzept, bei dem die Leute aus dem Zug mit ihrem Gepäck mithilfe eines Lastenrads in die Stadt zu ihrem Hotel fahren könnten. Sehr schön ist das Konzept in Münster, wo an größeren Parkhäusern Lastenräder zur Verfügung stehen, die man für den Weg in die Stadt mieten kann. Man könnte auch mit seinen zwei Kindern aus dem Zug aussteigen und aufs Fahrrad umsteigen. In der neuen Radstation gibt es zwar auch Kinderräder, aber nur für Kinder ab ca. 7 Jahren und mit der Lastenradlösung könnte man die Lücke für Kinder unter 7 Jahren schließen.

Frank Lumpe: Ich denke auch an die temporäre Nutzung der Lastenräder für Private und Gewerbetreibende, die diese Lastenräder nicht ständig benötigen und dort könnte ich mir gut vorstellen, dass sich so ein Lastenradverleih etabliert. In Dortmund gibt es das cargo bike Netzwerk14, die Lastenräder unterschiedlicher Größen und Marken vermieten. Dortmund hat sich Förderungen über das Programm „Emmissionsarme Innenstädte“ 26 Maßnahmen im Stadtgebiet entwickelt und eine Maßnahme ist ein Agreement mit Paketdienstleistern über ein Jahr zu testen, wie der Einsatz von Microhubs15 und der Weitertransport mit Lastenrädern funktioniert. Das ist ein Modellversuch, ich bin gespannt auf die Erkenntnisse. In Hamburg habe ich ähnliche Fahrzeuge von UPS und DHL gesehen, das schien gut zu funktionieren.

Oliver Kelch: Es ist also viel zu tun, daher würde ich vorschlagen wir treffen uns in einem Jahr wieder und reden darüber, was in den letzten 12 Monaten passiert ist.

Quellenangaben

Lastenradanbieter
Lastenradförderung
Testberichte und Channels zum Fahrverhalten
Lasten-Anhänger
Parkmöglichkeit in Recklinghausen
Konzepte für den (Lasten)radverkehr
Fahrradgesetze und Volksinitiativen
Lastenradversicherungen

Neuste Artikel

Touristen-Info in Recklinghausen eröffnet

Grüne unterstützen CSD in Recklinghausen

Vielen Dank für eure Stimmen!

Ähnliche Artikel