Jan Matzoll will für Recklinghausen und Oer-Erkenschwick in den Landtag

Am Freitag wählten die Grünen Jan Matzoll aus Grullbad mit 93 Prozent der Stimmen zum Landtagskandidaten im Wahlkreis Recklinghausen I. Der Wahlkreis umfasst erstmals neben Recklinghausen auch Oer-Erkenschwick. Der 36-jährige frühere Kreisvorsitzende der Grünen hatte im Vorfeld bereits die Unterstützung seines Kreisverbandes sowie vom Bezirksverband Ruhr der Grünen für seine Landtagskandidatur erhalten. „Es erfüllt mich mit großem Stolz und großer Demut, Recklinghausen und Oer-Erkenschwick bei dieser Wahl vertreten zu dürfen“, so Matzoll. „Ich freue mich auf den demokratischen Wettbewerb um die besten Ideen für unsere Städte.“

Landtagsliste der Grünen NRW wird im Dezember gewählt

2017 trat Matzoll erstmals als Direktkandidat an. Damals aber für die Bundestagswahl und ohne echte Chancen auf Erfolg. Frank Schwabe gewann – wie auch erneut in diesem Jahr – das Direktmandat. 2022 können sich die Grünen in Recklinghausen jedoch realistische Hoffnungen machen, ihren Kandidaten erfolgreich nach Düsseldorf zu schicken. Vom 10. bis zum 12. Dezember wählen die Grünen ihre Landtagsliste und der Recklinghäuser Matzoll hat dank der Unterstützung des Bezirksverbandes Ruhr gute Chancen auf einen aussichtsreichen Listenplatz.

Politische Schwerpunkte: Industrie und Klima

Die politischen Schwerpunkte des Kandidaten liegen in der Industrie- und Klimapolitik. „Wir stehen vor dem entscheidenden Jahrzehnt der industriellen Transformation“, so Matzoll. „Gelingt es uns, gemeinsam mit Industrie und Wirtschaft den 1,5-Grad-Pfad zu beschreiten? Gelingt es uns, die Industrieregion Ruhrgebiet, die eine enorme Kompetenz und die deutschlandweit beste Infrastruktur in Sachen Wasserstoff mitbringt, durch die Transformation nachhaltig zu stärken? Das hängt ganz massiv auch davon ab, wer in der nächsten Landesregierung sitzt.“ Damit spielt Jan Matzoll unter anderem auf die von CDU und FDP verschärften Abstandsregeln für Windräder an. „Die Pariser Klimaziele können wir nur dann erreichen, wenn wir die Erneuerbaren so schnell wie möglich ausbauen. Dafür brauchen wir nicht immer mehr Auflagen und Abstandsregeln, sondern die Entbürokratisierung des Solar- und Windenergieausbaus.“ Für eine Unternehmensberatung in Bochum hatte Matzoll fünf Jahre im Bereich Optimierung von industrieller Infrastruktur gearbeitet. Seit 2019 ist er hauptamtlich Geschäftsführer der Grünen in Gelsenkirchen.

Von der Ruhr-Uni über Recklinghausen ins Ruhrparlament

Auch in der Kommunal- und Regionalpolitik des Ruhrgebiets ist Jan Matzoll kein Neuling. 2010 wurde er Vorsitzender der Studierendenvertretung (AStA) an der Ruhr-Universität in Bochum, anschließend Vorsitzender des Verwaltungsrats des Studierendenwerks AKAFÖ, das auch für die Westfälische Hochschule in Recklinghausen zuständig ist. Vor seinem Umzug nach Recklinghausen war er außerdem Fraktionsvorsitzender der Grünen in Bochum-Mitte. Seit 2020 ist Matzoll stellvertretender Vorsitzender der Grünen im Ruhrparlament und vertritt seine Fraktion im Umwelt- und Wirtschaftsausschuss.

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