Foto:GrünRE

„Wir müssen eine Verkehrswende schaffen, die auf den kurzen Wegen beginnt“

Unsere Veranstaltung „Recklinghausen rauf aufs Rad“ war die dritte in unserer Reihe zum Thema „Mobilität der Zukunft“. Die Veranstaltung war wieder sehr gut besucht. Die interessierten Bürger*innen konnten einen hervorragenden Vortrag des Bundesvorsitzenden des ADFC, Ulrich Syberg, miterleben. Syberg ging der Frage nach, wie die Menschen in Deutschland leben wollen, und referierte dazu über den „verkehrten Verkehr“.

Die Hauptaussage des Referenten war, dass wir eine Verkehrswende schaffen müssten, die auf den kurzen Strecken beginnt. Denn 70 Prozent aller Autofahrten werden von bis zu einer Strecke von zehn Kilometern zurückgelegt. Dass eine Verkehrswende möglich ist, beschrieb Syberg durch anschauliche Beispiele aus den Niederlanden. Unsere holländischen Nachbarn hatten nämlich in den 70-ger Jahren ähnliche Probleme mit dem Autoverkehr; es drohte der Verkehrskollaps. Heute kann man in den Niederlanden ansehen, wie eine Verkehrswende aussehen könne. Wir konnten das selbst bei einer Exkursion nach Utrecht vor Ort beobachten und erleben. Die innerstädtische Planung in den Niederlanden wurde seit den 70-er Jahren kontinuierlich auf die Bedürfnisse der Fußgänger und Radfahrer zugeschnitten.

Die Radverkehrsinfrastruktur wie sie in den Niederlanden zu erleben ist, ist auch in Deutschland und auch in Recklinghausen möglich. Dazu müssten folgende Schritte erfolgen: mehr Fahrradstraßen einrichten, mehr Poller, breitere Radwege geschaffen, Fahrradparkhäuser gebaut werden und die Schaffung einer grünen Welle für Radler. Solange diese Dinge nicht umgesetzt werden, ist intuitives Fahrradfahren wie in den Niederlanden nicht möglich.

Verwandte Artikel