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What is the City but the People? – Recklinghausen zeigt sich als vielfältige Stadtgesellschaft

Zum Auftakt der diesjährigen Ruhrfestspiele präsentierten sich 150 Recklinghäuser Bürger*innen auf einem übergroßen fast 60 Meter langen Laufsteg vor dem Rathaus vor Tausenden von Zuschauern. „Was ist die Stadt anderes als die Menschen, die in ihr leben?“, war das Motto dieser künstlerischen Idee, dieser Bürger-Performance der Ruhrfestspiele. Recklinghausen zeigte sich an diesem Nachmittag als weltoffene, von der Vielfalt der Lebensstile geprägte Stadt. Die Zuschauer konnten miterleben, dass die Vielfalt der Stadtgesellschaft zugleich ein Spiegelbild auch der Vielfalt der Milieus ist und die Menschen auf dem Laufsteg unterschiedliche, kulturelle, soziale und religiöse Erfahrungen mitbrachten.

Das war Diversity pur in der Stadtgesellschaft, die Vielfalt in unserer Stadt. Diversity bedeutet Vielfalt aber auch Anderssein, Unterschiedlichkeit, Individualität sowie Ungleichheit. Und so konnte man an diesem Samstag auf dem Laufsteg viele bisher unsichtbare Gesichter mit ihren Geschichten und Lebensentwürfen ins rechte Licht setzen: Unsere Grüne Grüne Rita, die sowohl Frau und Vater ist; die Bankangestellte Petra, die ehrenamtlich bei der Telefonseelsorge Nachtschicht fährt; Rudi, der letzte Pferdejunge auf der Zeche König-Ludwig; die aus Kenia stammende Emily, die ihr Zuhause in Recklinghausen gefunden hat; Jan, der ehemals wohnungslose; Friedhelm, der Taubenzüchter; der Rosenverkäufer Ahmed, der Abend für Abend in den Kneipen seine Blumen anbietet; Kenan, der nach einer Flucht in Recklinghausen strandete; Theo, der Biobauer, Bertholt, der mit seinen Schafen kam und viele, viele weitere große und kleine Menschen aus Recklinghausen.

„What ist the City but the People?“ entstammt der Idee des britischen Konzeptkünstlers Jeremy Deller. Es ist eine Hommage an die Menschen, die diese Stadt mit Leben füllen. Die BBC hatte damals bei der Uraufführung in Manchester das Ergeignis kommentiert mit: „Ein wunderschönes Erlebnis, herzerwärmend und lebensbejahend“. Das war es auch in Recklinghausen. Danke an den neuen Intendanten Olaf Kröck, der uns die Vielfalt der Bürger*innen unserer Stadt Recklinghausen aufzeigte und ein Ausrufezeichen setzte für das städtische Zusammenleben.

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