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UN-Artenschutzbericht: Es gilt zu retten, was zu retten ist

Am letzten Montag stellte der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) seinen aktuellen Bericht vor. Eine traurige Bilanz: Etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten werden in den nächsten Jahren aussterben. „Nur mit einem tiefgreifenden Wandel können wir die Natur noch erhalten, wiederherstellen und nachhaltig nutzen“, so Robert Watson, Vorsitzender des UN-Biodiversitätsrates. Es geht schlicht darum, das Leben selbst am Leben zu erhalten. Die Rettung des Klimas war nur eine Übung für die Weltgemeinschaft und für jeden Einzelnen.

Um den Forderungen nachzukommen bedarf es eines Systemwechsels. Wir müssen umdenken, denn es geht nicht mehr darum, das Klima zu schützen, sondern die Natur zu erhalten. Die Erkenntnis muss wachsen, das für den Artenschutz keine Technik hilft sondern ein echter Systemwechsel: das Geld muss nach ökologischen Kriterien verteilt werden, subventioniert werden nur noch naturverträgliche Vorhaben und es muss endlich von der irrigen Idee abgerückt werden, dass Pestizide und andere Gifte in irgendeiner Form die Landwirtschaft am Leben erhalten können.

Der Bericht zum Zustand der weltweiten Artenvielfalt ist ein Weckruf für die Menschheit. 75 Prozent der weltweiten Nahrungsproduktion hängt von Bestäubern wie Bienen, Hummeln ab. Wenn die bestäubenden Insekten verschwinden gehen Ernten im Wert von 235 bis 577 Milliarden Dollar pro Jahr verloren. Wenn einzelne Insektenarten aussterben, verspielen wir die Versicherung für die Zukunft Wir brauchen daher dringend Reformen wie eine radikale Verringerung des Pestizideinsatzes, Schutzgebiete im Meer und an Land. Vor allem brauchen wir ein System, das Landwirte ökonomisch besser stellt, die extensiver und ökologischer wirtschaften. Wir brauchen Lösungen, die Klima- und Naturschutz verbinden! Der Bericht muss als Drehbuch für eine stark veränderte Politik mit mehr Klima- und Naturschutz verwendet werden. Mit jedem verschwundenen Tier, mit jeder ausgestorbenen Pflanze, reißt ein Faden in einem großen Netzt, das das Leben hält. Die Vielfalt garantiert unser systematisches Überleben.

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