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Stadtwerke Recklinghausen: Vollwertige Stadtwerke bieten große Chance für die Stadt als Infrastruktur Betreiberin

Das Thema vollwertige Stadtwerke ist nicht erst seit gestern aufgekommen, sondern wurde bereits vor Jahren auf den Weg gebracht. „Im Energiebereich wollen wir die Chance nicht verpassen, vollwertiges Stadtwerk zu werden“, lautete die Aussage von kommunalen Vertretern aller Fraktionen im Rahmen eines Arbeitstreffens hierzu. Dieses Ziel wurde in einem zweitägigen Workshop von allen Teilnehmer*innen auch so beschlossen. „Ich verstehe daher die nun aufkommende Diskussion und Kritik von UBP und FDP daran nicht, zumal Vertreter der beiden Parteien am selbigen Workshop teilgenommen haben“, so Holger Freitag.

Zur Erinnerung: Das Büro Fichtner Management Consulting aus Stuttgart hatte unter dem Thema „Handlungsoptionen Stadtwerke“ am 13. Februar 2017 zur Vorbereitung dieses Arbeitstreffens Interviews mit den Sprechern der Ratsfraktionen durchgeführt. Das eigentliche Arbeitstreffen erfolgte dann anschließend am 21. und 22. März 2017 in einem Seminarhotel in Legen/Münsterland. Das mit der Moderation und der inhaltlichen Begleitung beauftragte Büro hatte die Aufgabenstellung, mit den Teilnehmern des Arbeitstreffens mögliche Handlungsoptionen für die inhaltliche Ausgestaltung der Stadtwerke Recklinghausen zu erarbeiten und am Ende eine Erstbewertung vorzunehmen. Die Erstbewertung ergab schließlich ein positives Szenario zur Gründung eines vollwertigen Stadtwerkes zusammen mit einem Kooperationspartner. Die zukünftige Ausgestaltung der Stadtwerke Recklinghausen hin zu einem vollwertigen Stadtwerk, das in die Produktion und in den Vertrieb von Strom und Gas einsteigt, ergab zugleich eine breite Zustimmung der dort teilgenommenen kommunalen Vertreter. Daraufhin wurde schließlich vereinbart, das unser langjähriger und hochkompetenter Berater vom Büro Wolter Hoppenberg beauftragt wird, Optionen eines eigenen operativen Betriebes mit einem Partner vorzubereiten. Dazu liegen nun Ergebnisse vor, die eine relativ risikofreie Kooperation für die Stadt ergeben und zugleich wirtschaftliche Vorteile aufzeigen. „Ich würde mich daher freuen, wenn alle Kritiker und Mahner sich erst einmal über das Ergebnis schlau machen würde und das Thema Stadtwerke weniger durch die ideologische Brille betrachten würden. “, so Holger Freitag.

Die Grünen haben sich bereits unter Wolfgang Pantförder für die Gründung eigener Stadtwerke ausgesprochen. „Wir sehen heute die große Chance, dass wir mit vollwertigen Stadtwerken vor Ort als Stadt Infrastruktur Betreiber werden können“, äußert sich Christel Dymke. Gerade das Klimapaket der Bundesregierung lässt es nach Meinung der Grünen zu, die zukünftigen Kunden auch mit anderen und innovativen Produkten zu versorgen. „Denn die Zukunft des Planeten entscheidet sich auch vor Ort“, ergänzt Holger Freitag. Der Schlüsselfaktor der kommunalen Energiewende liegt für die Grünen zugleich in einem starken Ausbau der Photovoltaik. „Auch in unserer Stadt schlummert Potenzial. Wir wollen daher weitere Dachflächen bereitstellen, da diese Anlagen ad hoc die CO2-Bilanz verbessern und für eine hohe kommunale Wertschöpfung im Betrieb und Bestand sorgen“, meint Christel Dymke. Klimaschutz wurde in 2019 von vielen Menschen endlich als die zukunftssichernde Megaaufgabe begriffen. Diese Aufgabe sollte man nach Überzeugung der Grünen nicht den Kräften des freien Marktes überlassen, sondern mit kommunalen Stadtwerken angehen.

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