Plakataktion zum Weltfrauentag

Auch wenn der diesjährige Frauentag nicht in gewohnter Weise mit Veranstaltungen, Gesprächsrunden und massenwirksamen Aktionen stattfinden kann, so ist es gerade jetzt wichtig Frauen unsere Stimme zu geben. Frauen, die gerade in Zeiten von Corona unsichtbar zu sein scheinen, weil Sie einfach nicht die Energie haben neben Familie, Beruf und Hausarbeit die Stimme zu erheben.

Wo können wir anfangen? Wir finden: Bei einem Gespräch! Per Telefon, am Gartenzaun, im Videocall oder digital auf Instagram und Co. Wir Frauen sollten uns solidarisieren, einander zuhören und aufhören uns selbst und auch andere zu beurteilen und zu bewerten, ohne dabei die Gesamtsituation zu berücksichtigen.

In unseren Gesprächen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass noch viel gesellschaftlicher Diskurs stattfinden muss und es bereits ganz viele Ansätze gibt, die wir gesellschaftlich und politisch einbringen sollten. „Es gibt leuchtenden Beispiele aus Schweden, wo es karrierefördernd ist, wenn Väter 1-2 Jahre die Familienarbeit übernehmen“, erzählte mir Angelika Telöken vom Frauen Forum Recklinghausen. „Hierzulande sind es in der Regel 3 Monate, die Männer in Elternzeit verbringen. Erst wenn sich beide Elternteile zu gleichen Teilen an der Familienarbeit beteiligen, ist eine tatsächliche Gleichstellung möglich.“ Christa Schenk sieht eine große Chance bei der Erziehung von Kindern: „Wenn wir unseren Kindern vorleben, dass wir in der Partnerschaft ein gemeinsames Ziel verfolgen und hier jeder seinen Teil beiträgt und jeder zu gleichen Teilen seiner Berufung nachgehen kann, dann werden diese Kinder morgen Gleiches tun.“ Christine Sommer ergänzt, dass auch weiblicher Führungsstil das Umdenken anregen würde und dass die Einflussnahme von Frauen der Schlüssel zur gleichberechtigten Zahlung von Gehältern sei.

Christa Siemsen, die im Ausschuss für soziale Gerechtigkeit mitwirkt, brachte etwas ironisch ein: „Frauen, die häufig in sozialen Berufen arbeiten bekommen für Ihre Wohltaten nur ein Lächeln mit einem lächerlichen Gehalt“.  Was müssen wir tun, um Pflege und Zuwendung mehr Wertschätzung entgegenzubringen? Diese Frage stellt sich neben Christa Siemsen auch Christine Freitag, die vordergründig Frauen betroffen sieht, wenn es um die Pflege von Angehörigen und die damit einhergehende Verantwortung geht.

Maya Wischnewski sieht eine große Chance darin, dass die Gesellschaft selbst das Frauenbild prägt und wir als Gemeinschaft die jetzigen Ansichten hinterfragen müssen, um ein neues Bild zu erschaffen. Sei es mit der Quote, die Dr. Sarah Fahrendorf als unterstützendes Mittel befürwortet oder in Form von steuerlicher Gleichstellung, wie sie Stefanie Pillai fordert. Christel Dymke, die sich seit Jahren für Frauenrechte stark macht, fordert mehr Tatendrang und Forderungen von Frauen für Frauen.

Es lohnt sich jedenfalls immer mit der nächsten Frau ins Gespräch zu kommen, zuzuhören und zu erfassen, welche Rolle sie erfüllt und welche Rolle sie sich wünscht. Wenn wir einfühlsamer und weniger bewertend sind, können wir dadurch auch zu uns selbst finden. Wir sind Superfrauen, wenn wir Schwächen zugeben können und andere nicht dafür verurteilen welche zu haben. Wir laden auch Männer dazu ein, Gleiches zu tun! (kk)

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