Mehr Platz für Obdachlose: Grüne unterstützen Forderung von Pfarrer Ludgar Ernsting zur Wohnraumnot

Zum Auftakt der Ruhrfestspiele konnten viele Menschen vor dem Rathaus die Inszenierung „What is the Citry but the People?“ beiwohnen. „Was ist die Stadt anderes als die Menschen, die in ihr leben?“ Auf einem Laufsteg präsentierten sich ausgewählte Bürger*innen, sich und ihre ganz eigenen Lebensgeschichten. Die Performance zeigte ein vielschichtiges Gefüge der Recklinghäuser Stadtgesellschaft. Für viele wurde ein lebendiges, berührendes Selbstporträt der Stadt sichtbar. Vielen wurde dabei auch bewusst, dass zur Stadtgesellschaft nicht nur Menschen gehören, die auf der Sonnenseite leben, sondern auch die Schicksale von Menschen auf der Schattenseite. Menschen, die auf der Straße leben. „Ihre Situation darf uns nicht egal sein. Da sind wir ganz bei Pfarrer Ludger Ernsting“, so Holger Freitag,

Wir sehen wie Ernsting ein Defizit in diesem Bereich und fordern die Stadt dazu auf, dringend auf die wachsende Zahl an psychisch kranken Obdachlosen zu reagieren. Die Wohnungslosenhilfe ist auch in Recklinghausen mittlerweile an ihre Grenzen geraten ist. Entsprechender Wohnraum fehlt. Ebenfalls spezielle Angebote für obdachlose Frauen! Die Ergebnisse der sogenannten Seewolf-Studie bestätigen zudem, dass Vieles darauf hindeutet, dass sich Wohnungslosigkeit und psychische Probleme gegenseitig verstärken. Die Studie untersuchte, mit welchen psychischen Problemen 223 Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in München, zu kämpfen hatten und welche Lebensumstände dazu geführt hatten, dass sie obdachlos wurden.

Zwar gibt es Projekte in Recklinghausen, wie das neue „Wohnen Plus“ – Projekt der Diakonie, aber das reicht bei weitem nicht aus. Für die Grünen ist es daher wichtig, dass die Betreuung der obdachlosen Menschen in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe weiter verbessert werden muss. Wichtig ist eine Wohnform, die ihnen zunächst einmal Schutzraum biete und es dort um langfristige Fürsorge und Unterstützung gehen, „Um gerade für diese Klientel Wohnraum zu schaffen und neue wohnbegleitende Hilfen anzubieten, sollten kreative Lösungen gefunden werden, auch in der Finanzierung“, so Christel Dymke. Wir wollen einen entsprechen Vorstoß hierzu unternehmen.

Nach unserer Vorstellung ist eine weitere Lösung, Wohnungsverlust zu vermeiden, ein Mehr an sozial geförderten Wohnraum. Dies würde helfen den zukünftigen Wohnraummangel klug und vorausschauend anzugehen. Allerdings sehen die Grünen beim Thema sozialer Wohnungsbau einen zunehmenden Bewusstseinswandel – auch bei der Wohnungsgesellschaft und bei Investoren. „Die Einladung zu What is the City but the People? war eine Einladung an die ganze Stadt. Die Wohnungslosenhilfe zu unterstützen, sollte ebenfalls als eine Einladung an die ganze Stadt gesehen werden“, so Holger Freitag.

Verwandte Artikel