Foto:pixabay/Wiese, Baum

Maßnahmen eines Klimafolgenmanagement: Erhalt von Altbäumen vor Ersatz

Bäumen wird wegen ihres Schattenwurfs und kühlenden Eigenschaften von allen Experten eine hohe Wirkung gegen innerstädtische Hitze bescheinigt. Diese simple Erkenntnis hat nach den zahlreichen Fällungen im Stadtgebiet trotz allen Anstrengungen, unsere Stadt an Klimaveränderungen anzupassen, bei einigen noch nicht ganz Einzug gehalten. Grün- und Freiflächen zu erhalten und neu zu schaffen, insbesondere das Pflanzen von Stadtbäumen, vor allem aber der Erhalt und Schutz von Altbäumen, stellen für uns aber eine zentrale Maßnahme eines erfolgreichen Klimafolgenmanagements dar und sollten unserer Meinung nach auch ein Ergebnis der Klimakonferenz sein.

Solange sich noch Ersatzstandorte für die Nachpflanzung finden, kann die Stadt zwar dem Verlust von Bäumen in den Bilanzen entgegenwirken. Aber selbst bei ausgeglichenen Bilanzen geht immer ein wesentlicher Teil wertvoller Baumsubstanz im Tausch gegen Neupflanzungen verloren. „Dies ist ein Qualitätsverlust sowohl mit Blick auf die Wohlfahrtswirkung, als auch aus ökologischer und stadtklimatischer Sicht“, kritisiert Jonas Puschmann, umweltpolitischer Sprecher. Denn es sind vor allem die großen Bäume, die nach Aussage der Grünen aufgrund ihrer Krone zu einer Dämpfung der sommerlichen Hitze beitragen, die zum Aufenthalt im Schatten einladen und die den in der Stadt lebenden Tieren Lebensraum und Nahrung bieten.

Neu gepflanzte Bäume können die vollen ökologischen Leistungen von Großbäumen erst in mehreren Jahrzehnten ersetzen. „Zudem sterben viele Neupflanzungen wieder ab, wie wir im letzten Sommer miterleben mussten“, so Holger Freitag, „ wie unzählige Jungbäume vertrocknet sind.“ Deshalb sollte sich der Schutz des vorhandenen Baumbestands besonders auf diese Altbäume konzentrieren. „Ihr Erhalt muss ein zentraler Aspekt nachhaltiger Stadtentwicklung werden, sowohl für gesamtstädtische Planungsprozesse als auch für kurzfristige Entscheidungen bei lokalen Umbauplanungen“, fordert Jonas Puschmann.

Unsere Stadt wächst und hat sich dabei trotz vielfältiger Nutzungskonflikte für die Innenverdichtung entschieden. Damit konkurrieren aber die etablierten Bestandsbäume stets um den gleichen Raum mit allen baulichen Veränderungen. „Straßen- und Radwegeausbau, Streckenausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, neue Versorgungstrassen für Wasser, Gas, Strom oder Internet und die kompakte Bebauung für dringend benötigten Wohnraum sind zwar unverzichtbar“, so Holger Freitag, „aber sie gehen immer zu Lasten der innerstädtischen Freiräume.“

Wir fordern daher zugleich unbedingt eine Erhöhung des Grünflächenanteils in unserer Stadt zum Beispiel durch die Weiterentwicklung freiwerdender Flächen wie jüngst beim Friedhof in Hochlar oder bei aufgegebenen Sportplätzen, wie dem an der Canisusstraße. Des Weiteren fordern wir in Zukunft eine deutliche Erhöhung des aktuell unterdurchschnittlichen Waldanteils an der Gesamtfläche der Stadt. „Gerade vor dem Hintergrund der Klimakrise muss das städtische Grün erhalten und gefördert werden, gleichrangig mit Infrastruktur und Wohnraum“, so Jonas Puschmann. Eine nachhaltige Stadtentwicklung funktioniert nach Meinung der Grünen nur mit einer intakten Stadtnatur.

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