Foto:pixabay/Alter/Demenz

Kurzzeitpflege in Recklinghausen: Grüne fordern Stadtverwaltung auf, den Bedarf an Kurzzeitpflegeplätzen zu ermitteln

Viele Familienangehörige auch in Recklinghausen erfahren täglich, dass Pflege, Familie und Beruf nur schwer zu schaffen sind. Ein Bericht vor Kurzem in der RZ über einen Angehörigen, der seine an Demenz erkrankte Mutter betreut, hatte das wieder einmal sehr deutlich gemacht. Die Kurzzeitpflege sollte daher ursprünglich die Angehörigen entlasten, damit sie nicht zusammenbrechen oder selbst krank werden. Das Ganze funktioniert aber auch in Recklinghausen oft nur in der Theorie.

Die Hiobsbotschaft in Recklinghausen kam, als die Caritas mitteilte, das „Haus Klara“ am Elisabeth Krankenhaus in Recklinghausen-Süd zu schließen. Damit sind 8 Kurzzeitpflege- und 12 Tagespflegeplätze in der Stadt weggefallen. Es bleiben seitdem nur noch die wenigen Kurzzeitplätze in anderen Einrichtungen der Stadt. So kann es vorkommen, dass jemand mehrere Wochen braucht, um überhaupt einen Platz zu bekommen. Wir fordern deshalb auch vor dem Hintergrund eines wachsenden demografischen Wandels die Stadtverwaltung auf, den Bedarf von zukünftigen Plätzen im Rahmen eines Gutachtens zu ermitteln und weitere notwendige Plätze einzurichten. „Wir müssen anerkennen, wie wichtig Kurzzeitpflegeplätze für die Pflegenden in unserer Stadt sind, „ so Holger Freitag. Uns ist bewusst, ohne solche Plätze würde manch ein Angehöriger nicht durchhalten. „Zumal der Anteil der alten Menschen und damit der Bedarf immer größer werden, „ weiß unsere grüne stellvertretene Bürgermeisterin, Christel Dymke aus ihrem eigenen Alltag.

Wir kritisieren darüber hinaus den hohen bürokratischen Aufwand, den eine Einrichtung für einen Kurzzeitpflegeplatz erbringen muss, der in keinem Zusammenhang mit der unzureichenden Finanzierung steht. „Da müsse Tagebuch geführt werden, die offenen Plätze müssen beworben werden und es muss nachgewiesen werden, wie viel Personal die Einrichtung eingesetzt hat, „so Christel Dymke. Das Dilemma: Die Einrichtungen haben auf der einen Seite einen ungeheuren Aufwand und auf der anderen Seite eine schlechtere Vergütung als bei Dauerpflegeplätzen. Hinzu kommt noch, dass die vorgeschriebene Fachkraftquote von 50% oft nicht von den Einrichtungen erreicht werden kann, und damit die dringend nachgefragten Zimmer nicht belegt werden können. „Da ist es ja nur verständlich, wenn das Haus Klara geschlossen hat oder dass so wenige Heime Plätze für die Kurzzeitpflege einrichten, „kritisiert unser Fraktionsvorsitzender, Holger Freitag die bürokratischen Vorschriften.

Wir Grünen weisen letztlich darauf hin, dass sehr viele Familien immer noch die Pflege selbst übernehmen. Daher sollte nach unserem Verständnis endlich Schluss sein, mit dem wiederholten Kampf um ein paar Tage Erholung für diese Angehörige. Schließlich sparen sie der Gesellschaft Milliarden Kosten. „Zum Dank dafür, sollten wir diese Mitbürger*innen nicht mehr allein lassen, „ fordert Christel Dymke.

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