Foto:pixabay/Zone 30/Sonnenblume

Klimawandel – Klimagerechtigkeit in der Verkehrspolitik: Grüne fordern durchgängig Tempo 30 auf dem Wall

Wenn gefühlt alle zurzeit Klimagerechtigkeit fordern, dann muss notwendigerweise nach Ansicht der Grünen an sehr vielen Punkten gleichzeitig angesetzt werden. Ein Politikfeld dürfte sich dabei mit Sicherheit auch auf die aktuelle Verkehrspolitik beziehen. Denn die Folgen der derzeitigen Verkehrspolitik sind jeden Tag für alle spürbar. „Wir brauchen darum eine bessere Infrastruktur und modernere Mobilitätsangebote, damit jeder die Chance hat, sich klimafreundlicher zu bewegen“, so Fraktionsvorsitzender Holger Freitag. Nachhaltige Verkehrsmittel wie ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehr müssen dabei klar nach unserer Vorstellung priorisiert werden. „Wenn der Klimawandel wirklich und ehrlich eingedämmt werden soll“, so Freitag weiter, „dann muss auch der motorisierte Individualverkehr angegangen werden.“

Als einen Einstieg und ersten Schritt zu einer Klimagerechtigkeit in der Verkehrspolitik vor Ort, bietet sich nach unseren Überlegung in der Anordnung einer durchgängigen Höchstgeschwindigkeit von Tempo 30 auf dem Wall an. Auch weil diese Maßnahme ein wirksames und vor allem ein preiswertes Mittel zu einer umweltverträglichen Verkehrsgestaltung ist. „Denn Tempo 30 auf dem Wallring kann damit auch Bestandteil einer fahrradfreundlichen Umgestaltung des Walls sein und bedeutet zugleich weniger Lärm und weniger Abgase und führt darüber hinaus zu einem gleichmäßigeren Verkehr“, so Holger Freitag.

Tempo 30 ist daher ein geeigneter Beitrag zum Schutz unserer Gesundheit, unserer Umwelt und trägt zudem zur Verkehrssicherheit bei. Wir beziehen unsere Forderung darauf, dass zurzeit auf dem Wall, aufgrund der vielen Lichtzeichenanlagen, ein ständiger Wechsel der Geschwindigkeiten zu beobachten und als Verkehrsteilnehmer selbst zu erleben ist. Tempo 50 wechselt sich mit kurzen Tempo-30 Strecken ab. Denn der Autofahrer wird vor jeder Ampel immer wieder ausgebremst. Dieser zum Teil sehr kleinteilige Wechsel – Anfahren, kurz Beschleunigen und wieder Abbremsen und Anhalten – verhindert nach unseren Beobachtungen einen gleichmäßigen Verkehrsfluss, erfordert eine komplizierte Ampelschaltung und fördert zudem Staus. Die Folge dieser Verkehrsführung am Wall: Ein höherer Lärmpegel, und ein Mehr an Schadstoffwerten wie Kohlenmonoxid, Stickoxide und Kohlenwasserstoffen.

Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit – auch auf dem Wall – eröffnet die Möglichkeit, nicht nur neu über die Gestaltung der innerörtlichen Straßen, sondern auch über die Neugestaltung des Walls nachzudenken. „Auch weil der Modal Split sich in unserer Stadt mittlerweile verändert hat und immer mehr Menschen zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind“, so Holger Freitag. Das führt zu einer Raumkonkurrenz und erfordert ein Neudenken des Straßenraumes, um mehr Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer und den Schutz der Schwächeren zu erreichen. Und für den Klimaschutz bringt Tempo 30 zudem eine spürbare Verbesserung.

Anwohner, die mit ihren Beschwerden zu uns Kontakt aufgenommen hatten, berichteten darüber, dass In den späten Abendstunden der Wall sich immer öfter zu einer Rennstrecke für hormongesteuerte junge Erwachsene entwickelt, die nicht nur den Motor ihres Fahrzeuges bis aufs äußerste herausforderten, sondern zugleich mit lauter Musik bei offenem Fenster ihren Musikgeschmack mit den schlafenden Anwohnern teilen. Diese Situation sollte vom Ordnungsamt überprüft werden und bei Bestätigung auch zu Überlegungen führen, ob zu dieser Zeit nicht regelmäßig auf dem Wall eine Geschwindigkeitskontrolle per Radarmessung vorgenommen werden sollte.

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