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Klimanotstand: Wir erkennen an, dass unser Handeln dazu führt, den Planeten zu zerstören

Am Montag, 30, September haben wir im Rat uns zu den Pariser Klimazielen bekannt und damit zugleich den Klimanotstand in unserer Stadt ausgerufen. Die Erde heizt sich auf. Das ist kein Ereignis, das plötzlich aufgekommen ist wie die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner erschrocken mit dem Aufruf reagierte: „Das kommt aber schneller als erwartet.“ Nein, vor einem veränderten Klimawandel haben viele bereits vor Jahrzehnten gewarnt. Die ersten, die darauf aufmerksam machten, dass nicht die Natur eine Gefahr für den Menschen sei, sondern umgekehrt, war der Club of Rome in seiner Schrift „Grenzen des Wachstums“.

Die Grünen warben 1983 zum Bundestagswahlkampf mit einem Plakat „Wir haben die Welt von unseren Kindern nur geborgt“ und wiesen damals bereits schon darauf hin, dass die Menschheit auf ihre Grenzen gestoßen sei. Dies anzuerkennen, sei eine Zukunftsfrage. Viele Jahrzehnte an verlorener Zeit sind vergangen. Doch nun  mit dem lautstarken Aufruf der Jugend ist so langsam das Bewußtsein auch in der Bevölkerung gewachsen, dass die globale Erderwärmung und das Versprechen von immer-weiter-so und der Traum vom ewigen Wachstum die Menschheit in den kollektiven Ruin führt.

Am Montag wurde schließlich eine Vorlage beschlossen, die Bewältigung der Klimaprobleme zügig vor Ort anzugehen. Denn die Auswirkungen des Klimawandels sind schon längst vor Ort zu spüren: Extremwettereignisse wie anhaltende Hitze, plötzlich aufkommender Sturm und Starkregen. Die unmittelbaren Folgen von Klima- und Wetterveränderungen sind auf den menschlichen Organismus erheblich. Die Stadt spielt beim Klimaschutz zugleich eine zentrale Rolle. Auch weil der Großteil der Emissionen aus der Stadt kommt, verursacht durch den Autoverkehr und durch das Heizen der Wohnräume.

Die Bewältigung der Klimaprobleme muss daher in der Stadt erfolgen. Darum haben wir am Montag im Rat eine Vorlage verabschiedet, die kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen auflistet, die vor Ort etwas bewirken sollen. Das Papier soll ein „atmendes“ Papier sein d.h., es können jederzeit weitere Maßnahmen zur Klimaanpassung mit aufgenommen werden. Jetzt etwas zu tun ist das Gebot der Stunde, denn wenn wir jetzt nichts tun, zahlen wir langfristig einen teuren Preis.

Die Stadt hat mit der Verabschiedung der Vorlage ihre Hausaufgaben gemacht und wird ihre Aufgaben erledigen. Jede und jeder einzelne Mensch in Recklinghausen ist darüber hinaus gefragt. Wir müssen unsere eigenen Entscheidungen und Verhaltensweisen hinterfragen. Es geht darum, alles zu verändern: was wir essen, wie wir uns bewegen und wie wir leben wollen.

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