Innenstadt neu denken! Grüne sprechen sich für eine stärkere Nutzungsmischung in der Altstadt aus

Vor einiger Zeit fragte die Redaktion der Recklinghäuser Zeitung bei den Parteien nach, wie sie sich die Innenstadt nach der Corona-Krise vorstellen. Wir hatten darauf mit der Aussage „Innenstadt neu denken“ geantwortet und zugleich dazu Ideen geäußert, wie unsere Innenstadt mit neuem Leben wieder gefüllt werden könnte und wie man die Vielfalt und Attraktivität der Altstadt auch nach der Corona-Krise erhalten und für die Zukunft weiterentwickeln könnte, sodass die Stadt bei zukünftigen Krisen widerstandsfähiger wird.

 

„Leider verschwand gleich nach Veröffentlichung des Artikels das so wichtige Thema wieder aus der öffentlichen Diskussion“, so Christel Dymke. Wir regen daher an, das Thema Innenstadt Entwicklung in moderierten Werkstattgesprächen weiter zu führen, auch um die Bedürfnisse in der Stadt zu identifizieren. Diese Diskussion sollte unserer Meinung nach zusammen mit den Bürger*innen, den Eigentümern, dem Einzelhandel, den Mietern, Verbänden, Initiativen, der Politik und der Verwaltung geführt werden. „Das Ziel sollte sein, Handlungsoptionen für die Innenstadt aufzuzeigen, wie man unsere Altstadt für zukünftige Ereignisse und Krisen widerstandsfähiger machen und zugleich mit neuem Leben füllen kann“, begründet Holger Freitag das Ansinnen. Die Werkstattgespräche sollten nach unserer Ansicht zugleich Antwort geben, wie man die Innenstadt als Ort für Arbeiten, Bildung, Wohnen, Freizeit, Handel und Kultur und als Raum für Aufenthalt und Begegnung weiterentwickeln kann.

 

„Eine stärkere Nutzungsmischung in der Innenstadt liegt dabei als Antwort auf der Hand. Dabei wird die Frage zu klären sein, wie der Umbau und die Anpassung der vorhandenen Strukturen geregelt werden sollte?“, erläutert Christel Dymke. Dieser Wandel muss zwar unserer Meinung nach vonseiten der Stadt aktiv gesteuert werden, sollte aber vor allem in den geforderten Werkstattgesprächen mit Vertreter*innen der Stadtgesellschaft diskutiert werden. Um unsere Stadt auch zukünftig  lebensfähig zu gestalten, ist es zugleich notwendig, in das öffentliche Leben zu investieren. „Das heißt, die Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, damit es die Menschen in die Stadt zieht, sie am öffentlichen Leben teilnehmen und die öffentlichen Räume als Treffpunkte nutzen“, so Holger Freitag.

 

Die einfachste Lösung einer funktionalen Umnutzung der Innenstadt sehen wir zum einen in der Konzentration von Dienstleistern in ehemals vom Einzelhandel dominierten Straßen und zum anderen in der Umnutzung von ehemaligen Ladengeschäften zu Wohnungen sowie in der Verbesserung des Wohnumfelds z.B. durch begrünte Innenhöfe. Die Nutzung der Erdgeschosse könnte unserer Meinung nach zur Einrichtung von gemeinschaftlichen Bereichen wie Lobbys oder Paketstationen genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit der funktionalen Neuausrichtung der Altstadt bietet die Schaffung von Bereichen für Handwerk, Gewerbe und Dienstleistungen. „Zahlreiche Beispiele in verschiedenen Städten zeigen, dass die Schaffung solcher Räume einen Gewinn für den Charakter und die Vielfalt eines Stadtzentrums darstellt und einen großen Teil seiner besonderen Attraktivität ausmachen kann“ sagt Christel Dymke. Ein weiterer wichtiger Baustein für das Gelingen ist aber auch die räumliche Ausbildung von Plätzen und Parks. Durch einen partiellen Rückbau wäre die Schaffung neuer Stadtplätze oder kleiner Grünanlagen möglich wie ein für alle zugänglicher Taschenpark.

 

Wir würden es deshalb begrüßen, wenn zusammen mit der Stadtgesellschaft eine rege Diskussion über einen neuen Nutzungsmix in der Altstadt geführt werden und sich daraus Handlungsoptionen entwickeln könnten, wie die Innenstadt von Recklinghausen nachhaltig für die Zukunft verändert und aufgestellt werden sollte und welche Anstrengungen es bedarf, die Bürger*innen auch für einen zukünftigen Innenstadtbesuch zu begeistern

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