Grüne fordern klares Bekenntnis, dass Recklinghausen an den Pariser Klimaschutzzielen festhält

 

Die Grünen Recklinghausen fordern nach Trumps Rückzug aus dem Klimaabkommen jetzt vermehrte Anstrengungen zur Klimawandelanpassung vor Ort und erwarten von der Stadtspitze ein Bekenntnis, dass Recklinghausen an den Pariser Klimaschutzzielen festhält. Klimaschutz ist keine Ökomode, die man eben mal mitmacht oder nicht, wie das Beispiel Donald Trump zeigt. Das Pariser Abkommen betrifft uns alle.

Für die Anpassung an den Klimawandel spielt die grüne Infrastruktur eine zentrale Rolle. „Wer kennt das nicht“, so Holger Freitag, “ man kommt an einem heißen Hochsommer-Tag vom Stadtverkehr in einen Park. Sofort atmet man tief durch, die Luft ist klarer, kühler, man fühlt sich einfach besser.“ Weil diese positiven Wirkungen der bioklimatischen Ausgleichsflächen leicht erfahrbar sind, sollten daher solche Grünstrukturen heute mehr denn je als wichtiges Instrument zur Klimaanpassung in städtischen Räumen gelten. Wir fordern darum, dass heutige und künftige Grünräume gerade dort gesichert, finanziert und erweitert werden müssen, wo die Stadt wächst und überwiegend Investoren sie prägen.

An hohen Durchschnittstemperaturen, längeren Trockenperioden, plötzlichen Sturmereignissen und extremen Niederschlägen müssen sich alle Kommunen anpassen, so auch Recklinghausen. Das gelingt aber nur mittels einer strategisch gezielten Freiraum- und Grünplanung. „Frischluftschneisen, Kaltluftentstehungsgebiete, Grün-Vernetzungen und schattenspendende Bäume“, so der Fraktionsvorsitzende, „werden für die Aufenthaltsquatität in unserer Stadt künftig elementar.“ Wir sind uns sicher, dass der auf unseren Druck neu geschaffene Fachbereich Grünpflege und Grünplanung für die Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Klimaverträglichkeit unserer Stadt leisten kann. Ebenfalls gehen wir davon aus, dass das Recklinghäuser Klimaschutzkonzept, so wie besprochen und erarbeitet, umgesetzt wird.

Grünflächen, ob öffentlich oder privat, gelten gemeinhin als teuer und unnütz im Sinne der Verwertungslogik, Alleebäume stehen Straßenverbreitungen nahezu immer im Weg. Aber wer Innenentwicklung und Dichte propagiert muss auch Grünqualität fordern! Zur Anpassung an die nicht mehr reversiblen Folgen des Klimawandels gehört zudem, die Bodenversiegelung auf das notwendige Maß zu beschränken und durch Entsiegelung die ökologischen Ausgleichsfunktionen und das lokale Kleinklima positiv zu beeinflussen. Ebenso sind begrünte Fassaden und Dächer in vielfacher Hinsicht nützlich: Sie verhindern, anders als Stein- oder Betonfassaden, das Aufheizen des Gebäudes und unterstützen die Abkühlung des aufgeheizten Umgebungsklimas. „Wir sind die erste Generation, die die Auswirkung des Klimawandels bereits spüren und wir sind die letzte, die etwas dagegen tun kann“, sagte Barak Obama. Wir in Recklinghausen wollen etwas tun.

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