Foto:pixabay/Baumansicht

Grün- und Baumpatenschaften: Bürgerschaftliches Engagement sollte honoriert werden

Die Wetterprognosen für dieses Jahr gehen wieder von einem heißen und trockenen Sommer aus. „Vor allem junge Bäume, wie wir das in den letzen Jahren beobachteten konnten, leiden unter der Dürre“, sagt Holger Freitag. Nun können auch Recklinghäuser*innen helfen und ihren Stadtbaum unterstützen mit der Übernahme einer Grün- bzw. Baumpatenschaft. Jede Einwohnerin und jeder Einwohner kann sich dazu bewerben und die Bäume in seiner / Ihrer Umgebung freiwillig selbst gießen. Die Unterstützung einer solchen Baumpaten-Aktion kommt in der Bürgerschaft gut an. „Jeder ist doch auch froh, wenn er einen gesunden und starken Baum vor der Tür hat“, so Christel Dymke.

Wir schlagen dazu vor, dass die Stadtverwaltung hierfür ab diesem Jahr Bewässerungssäcke kostenlos zur Verfügung stellt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich für eine sogenannte „Gießpatenschaft“ anmelden. Dabei tragen sie ihren Namen sowie ihre Anschrift ein und geben den Standort des jungen Stadtbaumes an, für den sie eine Patenschaft übernehmen möchten. Anschließend bekommen sie nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung im Kommunalen Service Betrieb einen 60-Liter Bewässerungssack ausgehändigt, den sie am ausgesuchten Baum anbringen und zwei bis dreimal wöchentlich mit 60 Liter Wasser befüllen. Da die Säcke das Wasser konstant in kleinen Mengen abgeben können, wird auf diese Weise eine effektive Bewässerung bis zur Baumwurzel erreicht.

Die Grün- bzw. Baumpaten erhalten zwar für ihre Bereitschaft Anerkennung und Wertschätzung durch die Verleihung von Urkunden, doch kann das Engagement eines dauerhaften Gießens auch die Geldbörse belasten. Wir finden daher, dass dieses bürgerschaftliche Engagement eine größere Belohnung verdient als nur die Aushändigung einer Urkunde. Zumal junge Bäume mindestens 60 Liter und ein ausgewachsener Baum mindestens 200 Liter Wasser pro Woche benötigt. „Das summiert sich im Laufe der Zeit und spiegelt sich am Ende des Jahres in den privaten Wasserkosten wieder“, so Christel Dymke.

Wir können uns darum als Kostenausgleich für die Bewässerung der Bäume mehrere Alternativen vorstellen. Die Mehrkosten für den Einsatz von privatem Trinkwasser werden erstattet, indem die Abrechnung 2020 mit der des Vorjahres verglichen wird und die höhere Differenz anschließend ausgezahlt wird. Das sollte allerdings nur für vorher registrierte Gießpaten gelten. Der KSR bekommt zugleich eine Übersicht, wo er nicht anfahren und mehr gießen muss. Eine weitere Möglichkeit wäre die Auszahlung einer Pauschale oder die Vergabe von Gutscheinen z.B. drei Karten zur Wahl für die Ruhrfestspiele.

Verwandte Artikel