Foto:pixabay/Parken

Fahrradgaragen in allen Quartieren

 Das neue Coronavirus hat unser Leben in kürzester Zeit mehr umgekrempelt, als jede von Menschen erdachte Maßnahme es je konnte. Das gilt auch für unsere Mobilität. Wir sollten aus der augenblicklichen Verkehrssituation lernen, denn sie zeigt uns Handlungsoptionen für die Mobilitätswende auf. Die Straßen sind leerer, die Menschen steigen auf das Fahrrad um.

Es geht jetzt darum, die Angebote so zu verändern, dass die Nutzung des Fahrrads attraktiver wird und die Belastung durch den PKW-Verkehr geringer. Für die täglichen Fahrten zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu Freunden nutzen viele Recklinghäuser deshalb das Fahrrad nicht, weil sie die Mühe scheuen, es immer wieder aus dem Keller hoch tragen zu müssen. Fahrrad-Parkhäuschen auf Wohnstraßen oder öffentlichen Plätzen aufzubauen wäre die Lösung. In Städten wie Dortmund, Essen, Düsseldorf und jetzt auch in Wuppertal gehören Fahrradhäuschen in dicht besiedelten Stadtteilen zum Alltag.

Im Wuppertaler Stadtteil auf dem Ölberg wurde eine Fahrradgarage aufgestellt mit innovativer Rad-Aufhänge-Technik, die  Platz für zwölf Fahrrad-Dauerparker bietet.  Die Räder werden eingehängt und die Besitzer können per Rotationssystem an ihre Räder kommen. Das Häuschen besteht aus Gabonien, Steinkörben, und ist so vandalismusresistent und günstig, zudem bietet es Tieren eine Heimat. .Zwölf Euro im Monat kostet es, sein Rad dort sicher unterzustellen.

Aus Düsseldorf wurde vermeldet, dass für die rund 8000 Euro teuren, nur drei Meter breiten und abschließbaren Pavillons, in die zwölf Räder senkrecht an einem Karussell aufgehängt werden können, es sogar einen Baukostenzuschuss gab, so dass die Nutzer, die eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gründeten, jeweils nur einmalig etwa 250 Euro für das Häuschen und jährlich 30 bis 40 Euro für Versicherung und Instandhaltung zahlen müssen.

In Dortmund, wo schon 14 Fahrradhäuschen stehen, geht das noch einfacher. Der ADFC hat die Federführung über das Gesamtprojekt in den drei Stadtbezirken übernommen, in denen Zuschüsse bewilligt werden. Der Fahrradclub bietet fertige Vordrucke für die Interessenten-Suche an. Haben sich zehn künftige Nutzer gefunden, stellt der ADFC für sie den Antrag, kauft das Fahrradhäuschen und sorgt für die Errichtung. Der „Mieter“ muss dann nur einmalig 180 Euro und jährlich 20 Euro zahlen.

Das Konzept dieser Fahrradgaragen ist sehr gut geeignet auch in Recklinghausen übernommen zu werden. Ein sicheres Fahrradparken an Quelle und Ziel stärkt den familienfreundlichen Wohnstandort und vermeidet unnötigen Kfz-Verkehr auf kurzen Strecken. Elektrofahrräder mit ihrem hohen Fahrzeugwert und Sicherungsbedarf, Lastenräder für Haushalte mit kleinen Kindern und (E) Einkaufsdreiräder für Senioren erfordern ein gesichertes Fahrradparken, wie es im Nationalen Radverkehrsplan 2020 der Bundesregierung als Schwerpunkt benannt ist.

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