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Entwicklung der ehemaligen Paulusschule: Wir ziehen uns aus der Projektbegleitung zurück

Die Grüne Fraktion wird sich aus der begleitenden Projektentwicklung der ehemaligen Paulusschule zurückziehen. „Wir haben zunehmend gemerkt, dass wir uns bei diesem Verfahren einer Investorenausschreibung nicht wohl fühlen“, so Christel Dymke. Bauchschmerzen bereitete der Fraktion die von der Verwaltung für alle überraschende Vorentscheidung für die Ausschreibung. Die Politik wurde in die Entscheidung nicht eingebunden. „Wenn man Partnerschaft ernst nimmt, redet man vor solchen Entscheidungen miteinander“, äußert sich Holger Freitag. Da war es dann keine große Überraschung, dass es vonseiten der Politik zu Protesten kam. Auch weil den Fraktionen im Ausschuss die Angebote der anderen restlichen Teilnehmer lediglich nur als städtebauliche Skizzen vorgelegt wurden.

Um aus dem selbst verursachten Dilemma herauszukommen, sah sich die Verwaltung nicht etwa zu einer Neuausschreibung gezwungen, sondern bemühte sich, einen Kompromiss auszuhandeln. Der sieht nun vor, dass aus der Riege der ehemals 11 Teilnehmer sich lediglich drei Bewerber mit ihren Angeboten der Politik am 15.06.2020  in einer nichtöffentlichen Sitzung vorstellen dürfen. Politik sollte dazu einen Fragekatalog für die Investoren einreichen. „Anfangs dachten wir, lasst uns retten was zu retten ist und haben unsere Erwartungen für eine nachhaltige Entwicklung für diese Fläche ebenfalls eingebracht“, so Holger Freitag. Doch die Vielzahl der aufgestellten Kriterien von uns führte zu mehr Fragen als Antworten und offenbarte die Schwächen der Ausschreibung  und bestätigte nur, dass das Verfahren in seiner Intention einseitig abgehandelt wurde. Wir befürchten, dass die Fragen der Politik an die übrig gebliebenen Investoren nicht zu allzu großen Änderungen führen werden.

Wir plädieren nach wie vor dafür, nicht vorschnell etwas übers Knie zu brechen, nur um einen Investor am Ende eine Fläche zu geben, damit er diese  „zweckmäßig“ bebauen kann. „Wir verstehen  nicht die Eile bei diesem Projekt, denn frühestens erst im Jahr 2023 sollen nach dem Rahmenterminplan die ersten Wohnungen bezogen werden können“, mahnt Christel Dymke. Wir am liebsten alles auf Anfang stellen und sprechen uns für eine vorausschauende Stadtentwicklung aus, die den gesamten Raum – auch die Parkplatzfläche am Steintor – mit einbeziehen sollte. „Wir hatten bereits in einem Antrag unserer Fraktion aus dem Jahr 2015 die Verwaltung aufgefordert, beide Flächen zu überplanen und dafür einen Wettbewerb auszuschreiben“, erinnert Holger Freitag. 

Aber schade, wir hätten uns die Überplanung einer erweiterten Fläche gewünscht, stattdessen wird es nun vorschnell im Rat Ende des Monats zu einer Einigung auf einen Gewinner kommen und mit einem Entwurf in der Fläche verteilten gleichförmigen Gebäude. „Es ist schade“, so Christel Dymke,“ denn bei unserem Vorschlag einer Flächenüberplanung von Paulusschule und Parkdreieck könnten gleich mehrere städtebauliche Probleme wie z.B. die Anbindung an die Innenstadt, die Aufwertung der Umgebung und die Schaffung von attraktiven, abwechslungsreichen Orten  gelöst werden.“  

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