Foto:pixabay/Mann/Obdachlos

Die „Müsstefizierung“ der Wohnungslosigkeit: Wo bleiben die Taten?

Alle Jahre zur Weihnachtszeit erfahren wir wieder von Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Pfarrer Ernsting weist auch in diesem Jahr wieder darauf hin, dass 70 Prozent der Männer und Frauen in Recklinghausen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, alleinstehend sind. Kein neues Thema in unserer Stadt. Aber jetzt gab es den überraschenden Besuch des NRW-Sozialministers Laumann in der Gastkirche, der vollmundig meinte, „wir müssten schauen, wie wir an Wohnraum kommen.“

Ja, warum folgen dann seit Jahr und Tag hierzu keine Taten? Und warum macht das Hilfsangebot für von Obdach- und Wohnungslosigkeit betroffene Frauen keine Fortschritte? In anliegenden Städten klappt es doch auch. Wer bremst in unserer Stadt das Thema aus? Was unternehmen die Wohlfahrtsverbände?

An Programmen zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit kann es nicht liegen, die sind vorhanden. In Bayern gibt es z.B. eine neue Stiftung, die Projekte gegen Obdachlosigkeit fördern soll. Schaut man auf NRW, dann entdeckt man gleich zwei Projekte, die Wohnungslosigkeit bekämpfen sollen. Da ist zum einen der „Housing First-Fonds“. Freie Träger erhalten vom Land Geld für Wohnungen, um diese an Obdachlose zu vermieten. Seit Juni 2019 gibt es die landesweite Initiative „Endlich ein Zuhause“. Sie soll obdachlosen und wohnungslosen Menschen dabei helfen, eine Wohnung zu finden. Insgesamt 20 Kommunen nehmen daran teil und erhalten dieses Hilfsprojekt. Eine andere Lösung wäre ein Mehr an Sozialwohnungen bauen und diese gezielt an Menschen vergeben, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind.

Die Bekämpfung der Obdachlosigkeit wird immer dringender. Die Grünen weisen regelmäßig darauf hin. Statt seit Jahren die Probleme vor sich her zu schieben, oder sie auf die Gastkirche abzuschieben, sollte auch in unserer Stadt jeder Frau und jedem Mann Hilfe angeboten werden. Es gilt endlich die Aufgabe Wohnungslosigkeit motivierend anzunehmen und nicht mit „man müsste mal“ wieder ein Jahr vor sich herzuschieben.

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