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Die Lichter im Paulusviertel gehen aus: Ende der Förderung des Quartiersprojekts

Die Finanzierung des Quartiersprojektes „Wir im Paulusviertel“ läuft Ende Juni 2020 aus. Das bedeutet, dass der Quartiersmanagers Helmut Scholtz seine Arbeit als Kümmerer im Stadtteil einstellen muss. Die Grünen bedauern, dass damit wieder einmal ein Stadtteil eine kompetente Anlaufstelle verliert, denn Helmut Scholtz war bis jetzt wichtiger Vermittler zwischen den Bewohnern und Akteuren im Quartier. „Diese Arbeit hatte bisher vor allem den vielen Initiativen geholfen, die sich für die Nachbarschaft und für einen lebendigen, zukunftsfähigen Stadtteil engagieren“, so Holger Freitag.

Zugleich verweisen wir darauf, dass Helmut Scholz mit seiner Arbeit dazu beigetragen hat, das Paulusviertel aufzuwerten, zu stabilisieren und die Bewohnerschaft zur Beteiligung und Mitwirkung zu aktivieren. „Wir im Paulusviertel“ holte darüber hinaus Menschen im Stadtteil aus der Isolation und verminderte die Einsamkeit, was aufgrund des fortschreitenden demografischen Wandels zunehmend auch in unserer Stadt immer wichtiger wird.

„Mit dem Ende der Förderung des Projektes ist nun aber absehbar, dass alle Aktivitäten des Quartiersprojektes im Stadtteil, die durch den Kümmerer Helmut Scholtz in den vergangenen Jahren durch sein vertrauensvolles Wirken angestoßen und aufgebaut wurden, auf absehbare Zeit gefährdet sind“, mahnt Holger Freitag. Das zeigen auch die Erfahrungen aus den Projekten „Soziale Stadt“ im Stadtteil Hochlarmark und Recklinghausen Süd. In diesen Stadtteilen fanden sich nach Beendigung der Projekte keine freien Träger oder ehrenamtliche Kräfte, die die Aktivitäten hätten weiter begleiten können.

„Es kann aber doch nicht sein, dass die Stadtspitze regelmäßig in wohlfeilen Worten bürgerschaftliches Engagement würdigt und insbesondere die Arbeit von Quartiersmanagern lobt und ihre Wichtigkeit für die Stabilisierung von Stadtteilen hervorhebt, wie zuletzt auf dem Neujahrsempfang der Caritas im Stadtteil Hillerheide geschehen, aber bei allen Projekten schließlich am Ende eine Voraussetzung fehlt, nämlich die Nachhaltigkeit und dauerhafte Finanzierung des Quartiersmanagement“, beklagt die Grüne Bürgermeisterin Christel Dymke. Eine Übernahme der Kosten oder eine Beteiligung an den Kosten für eine Weiterführung des Stadtteilprojektes wurde nach Kenntnis der Grünen von der Stadtverwaltung abgelehnt.

Sobald Kümmerer in den Stadtteilen wirken, zeigen sich relativ schnell vermehrte Erfolge der Aktivitäten und der kooperativ ausgerichteten Netzwerkarbeit im Stadtteil. Solange aber alle diese Projekte nur zeitlich begrenzt finanziell gefördert werden, können die vorhandenen Bedürfnisse und Problemlagen der Stadtteilbewohner*innen auf Dauer nicht effizient bearbeitet werden. Die Stadtteile werden dadurch immer wieder allein gelassen und zurückgeworfen. „Dabei sparen nachhaltige Stadtteilprojekte mit Quartiersmanager auf Dauer Kosten, die sonst für die Stadtgesellschaft in der Zukunft entstehen“, so Holger Freitag.

Wir sprechen uns daher für die Weiterführung des Stadtteilprojekts im Paulusquartier aus und fordern die Verwaltung dazu auf, nochmals verschiedene Optionen zu prüfen, die eine langfristige Finanzierung sicherstellen kann“, so Christel Dymke.

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