Cool roofs

 

Heute lassen wir Martina Leßnig zu Wort kommen, die aus eigener Erfahrung berichten kann, was sich hinter dem Begriff „cool roof“ verbirgt. Gleichzeitig wird sie uns erklären, was kühle Dächer für den Klimaschutz tun und warum wir dazu einen Antrag auf den Weg bringen möchten.

Wie entstand die Antragsidee der „kühlen Dächer“?

In unserem Arbeitskreis Klima wurde über Maßnahmen gegen städtische Überhitzung gesprochen und hier kamen die positiven Auswirkungen von hellem, reflektierenden Asphalt und Dächern zur Sprache. Da war direkt meine Neugier geweckt und ich begann zu recherchieren.

Was hast du während deiner Recherche erfahren?

In einer Studie von Dach + Holz habe ich von den positiven Reflexionseigenschaften heller Dacheindeckungen gelesen. Doch das ist nicht alles: Es gibt bereits Dachsteine, die Titanoxid enthalten und dadurch gefährliche Stickoxide aus der Luft reduzieren können.  Also kann man direkt in zweifacher Weise etwas für das Stadtklima tun, mit weniger Stickoxiden in der Luft und weniger Abwärme von den Dächern.

Warum hast du selbst ein „cool roof“ umgesetzt?

Es gab für mich einfach keine Nachteile gegenüber einem gewöhnlichen Dach, im Gegenteil: nur Vorteile. Die Anschaffung war nicht teurer und dieses Dach passte gut zu unserem Öko-Holzhaus-Konzept. Auch die Beschaffung über den Bauunternehmer funktionierte problemlos. Für die Zukunft planen wir eine Photovoltaik-Anlage, die ebenfalls durch weniger Abwärme vom Dach profitiert.

Wie unterscheiden sich die Dachziegeln von anderen Dachsteinen?

Die Dachziegeln sind aus Beton statt Lehm gefertigt und haben einen sehr viel helleren Farbton. Doch wenn ich von reflektierendem Material spreche, sind keine spiegelnden Oberflächen gemeint. Die Oberfläche ist hellgrau und matt. Daher ist nicht zu befürchten, dass die Nachbarschaft von unserem hellen Dach geblendet wird.

Gab es behördliche Hürden bei der Umsetzung?

Nein, ich kann jedoch nicht von Erfahrungen aus Recklinghausen sprechen, da unser Bauprojekt im Wangerland entstanden ist.

Was wünschst du dir im Zusammenhang mit unserem grünen Antrag?

Ich wünsche mir, dass diese umweltverträgliche Möglichkeit des Bauens bekannter wird und sowohl bei Bestandsimmobilien, als auch Neubauten eingesetzt wird. Dafür sehe ich in der Stadt einen guten Ansprechpartner. Hier werden Bauberatungen, Bauleitplanungen und Pilotprojekte umgesetzt. Diese Handlungsfelder sind essentiell für eine umweltverträgliche Stadtentwicklung, die wir mitgestalten möchten.

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