Hillerheide: Chancen für ein neues zukunftstaugliches Wohnquartier nutzen

Die Fläche der ehemaligen Trabrennbahn ist durch die Rodungen in den letzten Tagen wieder in den Blick der Öffentlichkeit geraten. Die Planung und Vorbereitung der Nachnutzung stellt eine der letzten großen Flächenentwicklungen in Recklinghausen dar; und nach Meinung der Grünen auch eine unwiederbringbare Chance für die Stadt zu beweisen, dass sie das kann: ein Quartier zukunftsfähig, also an den Herausforderungen der bevorstehenden Jahrzehnte orientiert zu planen und auch zu realisieren. Und damit Vorbild für kleinere, folgende Projekte in Sachen Umwelt- und Klimaverträglichkeit, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Miteinander zu werden.

„Es gilt,“ so der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat der Stadt, „die in den ersten Konzepten formulierten fortschrittlichen Ziele hinsichtlich Mobilität, Energie, Freiraumversorgung, gesundem Wohnen und zukunftsfähigem Bauen zur Schaffung stabiler Quartiergemeinschaften nun über detaillierte Konzepte vorzubereiten, im Bebauungsplan rechtlich zu gewährleisten und über zielorientierte Verträge  bei der Vergabe von Baufeldern die gewünschte Realisierung sicher zu stellen.“  Das neue Wohnquartier auf der Heide soll und darf am Ende kein Quartier wie viele andere sein, sondern vor allem ein Beispiel für moderne und nachhaltige Stadtentwicklung werden: ein Quartier mit hoher Lebensqualität, bei der die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt rücken müssen.

„Die Mobilitätswende muß sich im Bild des neuen Quartiers widerspiegeln“ so Holger Freitag, „ebenso wie die Energiewende, das nachhaltige Bauen, z.B. mit recyclebaren Baustoffen oder die Vereinbarkeit von ökologisch wertvollen Flächen und wohnungsnaher Erholung.“

Beispiel Mobilität: nach Meinung der Grünen ist die Größe und Verteilung der Flächen fürs Zufußgehen, für  Fahren und Abstellen von Autos und Fahrrädern von zentraler Bedeutung für die Entwicklung eines CO2- neutralen Quartiers. Festlegungen hierzu müssen mit am Anfang aller Überlegungen stehen. Aus grüner Sicht  geht es hierbei zum einen um eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs sowie eine Verringerung der Flächen für PKW-Stellplätze sowie deren überwiegende Anordnung in überbauten bzw. begrünten Sammel- und Tiefgaragen am Quartiersrand. Zum anderen  ist für den Fuß- und Radverkehr  eine hohe Angebotsqualität zu sichern: neben diebstahlsicheren internen Abstellmöglichkeiten in jedem Gebäude fordern die Grünen hochwertige Fuß- und Radwege entlang und durch das Quartier sowie witterungsgeschützte öffentliche Abstellmöglichkeiten.

Ein besonderes Element im Entwurf des Architektur- und Stadtplanungsbüros RHA GmbH sieht vor, den inneren Bereich der ehemaligen Trabrennbahn frei zu halten und zu fluten („Hiller See“). Das ehemalige Geläuf der Rennbahn soll dann zur Uferpromenade um den See herum führen. „Das setzt  aus unser Sicht aber voraus, dass eine ökologisch und landschaftsgestalterisch hochwertige Lösung,  ohne Einzäunungen, gefährliche Böschungen und Betonverbau,  statt dessen mit erleb- und nutzbaren Ufer- und Wasserflächen realisierbar ist; ein See muss schließlich mehr sein als ein mit Wasser gefülltes Loch“, ergänzt der Fraktionsvorsitzende. Wenn das so käme, könnten sich die Grünen als Attraktion eine Durchquerung des See per Rad vorstellen. Sie  verweisen auf eine Lösung, wie sie im  belgischen Limburg als „Radeln durchs Wasser“ bereits für Aufsehen sorgt:  eine Verbindung von Ufer zu Ufer durch den See hätte das Zeug,  Markenzeichen für den Standort Recklinghausen-Hillen zu werden.

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