Bebauung Paulusschule: Altehrwürdiges Haus erhalten

Die Tage der rund 100 Jahre alten Paulusschule waren gezählt, denn an der Kemnastraße wurden ab dem Schuljahr 2012 / 2013 keine Mädchen und Jungen mehr unterrichtet. „Ein Abriss der Paulussschule“, so hieß es damals, „ würde eine attraktive Fläche freimachen.“ Nur fragte man sich damals: Wofür?

Jetzt gibt es Baupläne für das Grundstück, bei der das Gebäude der ehemaligen Hauptschule mit einbezogen werden soll. In der alten Paulusschule  sollen 18 Wohnungen entstehen. Das sieht zumindest ein Planungsentwurf für das gut 9000 Quadratmeter große Filetgrundstück zwischen Kemnastraße und Hertener Straße vor. Die Stadtverwaltung favorisierte diesen Vorschlag von Projektentwicklern aus Recklinghausen und Marl, nachdem sie die insgesamt elf Entwürfe und Angebote bewertet hat. Insgesamt sollen auf dem Grundstück mindestens 108 Wohnungen gebaut werden, rund ein Viertel davon soll öffentlich gefördert werden.

Das letzte Wort in Sachen Neubau hat allerdings die Politik, die von der Ausschreibung kalt erwischt worden ist. Denn statt die Politik mitzunehmen, entschied die Verwaltung kurz für sich allein wer dort bauen sollte. Das konnten wir allerdings rasch ausbremsen. Auf der gemeinsamen Sitzung von Wirtschaftsausschuss und Ausschuss für Stadtentwicklung am 25.05.2020 wurde unter den Fraktionen eine Vereinbarung erzielt, die Ausschreibung mit einer bestimmten Anzahl aus den Reihen der elf Bewerber neu zu starten. Eine Neuausschreibung oder ein Wettbewerb, wie wir es uns gewünscht hätten, fand leider keine Mehrheit.

Dafür bringen wir jetzt eigene Vorschläge mit ein, die die Grundsätze des klassischen Städtebaus mit Straßenzügen in Blockbebauung, Plätzen und Sichtachsen nicht aufgeben. Priorität hat für uns der Erhalt des historischen Schulgebäudes – seine Sichtbarkeit muss gewährleistet sein ebenso ein maximaler Erhalt des alten Baumbestandes. Wir fordern darüber hinaus die Berücksichtigung des Passivhausstandards, die Verwendung ökologischer Baustoffe und die Umsetzung regenerativer Energien, ein Entwässerungskonzept, neue Begrünung auf dem Gelände und an der Fassade und auf den Dächern der Neubauten. Ebenso sollten öffentliche Räume und Wegebeziehungen entstehen, selbstverständlich muss barrierefreies Wohnen gewährleistet sein und das Ganze sollte sich in das Klimakonzept der Stadt einfügen. All das und weitere uns wichtige Kriterien wollen wir in den B Plan und in den Kaufvertrag festsetzen.

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