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Jüdische Gemeinde feiert Jubiläum: Herzlichen Glückwunsch zu 190 Jahre

Am Dienstag, 24. September feierte die jüdische Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen ihr 190 jähriges Bestehen. Auf der Jubiläumsfeier erinnerte der Vizepräsident des Zentralrates, Abraham Lehrer, an die Anfänge der Gemeinde im Jahre 1824 und verwies darauf, dass der Grundstein für die heutige Gemeinde mit dem Eintrag in das Vereinsregister im Jahre 1829 gelegt wurde.

Zugleich wurde von Abraham Lehrer und weiteren Laudatoren an die Einschnitte in das Leben der Gemeinde ab 1938 erinnert. Als in der Pogromnacht im November 1938 die Synagogen brannten, jüdische Geschäfte und Wohnhäuser zerstört wurden. Die letzten 110 Gemeindemitglieder aus Recklinghausen wurden schließlich im Jahre 1942 nach Riga deportiert. Die 15 von ihnen, die den Holocaust überlebten, kehrten nach Recklinghausen zurück, um hier eine neue Gemeinde aufzubauen.

Im Jahre 1955 wurde dann die dritte Synagoge gebaut und eingeweiht. 66 Mitglieder zählte die Gemeinde – damals noch Bochum-Herne-Recklinghausen – bis in die 90er Jahre. Dann, mit der Wiedervereinigung Deutschlands, wuchs die Gemeinde rasant auf 600 Mitgliedern an und der Gemeindevorstand beschloss, eine neue Synagoge zu bauen, die 1997 schließlich im Beisein des Ministerpräsidenten Johannes Rauh, eingeweiht wurde.

Heute erfreut sich die Jüdische Kultusgemeinde über ein lebendiges, aktives und buntes Gemeindeleben. Das wurde auch deutlich durch die verschiedenen Darbietungen der Gemeindemitglieder auf der Feier. Besonders der jüdische Chor bewies seine hochkarätige und qualitative Klasse. Zum Ende der Feier bliesen die anwesenden Rabbinern das Widderhorn und läuteten damit zugleich den Beginn des neuen Jahres ein.

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