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Wohnraumförderung für alle, statt exklusive Quartiere schaffen

 

Am 27. November 2017 stimmte der Stadtrat in seiner letzten Sitzung einer Vorlage „Wohnbauplanung“ zu, sechs neue Wohngebiete im Stadtgebiet auszuweisen. Zu den von der Verwaltung priorisierten Flächen gehören: W 2 Griegstraße, W 8 Gerhard-Hauptmann-Straße, W 29 a Johannes-Kampmeyer-Weg, W 40 Kampmannsweg, W 36 Ebbinghäuser Straße und W 20 Karlsbader Straße. Die Vorgabe für alle zukünftigen Bauleitplanungen lautet: Für jedes Baugebiet eine Quote an öffentlich geförderten Wohnraum festzulegen. Dieser Beschluss gilt auch für die ausgewiesene Fläche „W36-Ebbinghäuser Straße“ in Stuckenbusch-Mitte! Das sehen nun allerdings einige Stuckenbuscher Bürger aber anders, denn sie verbinden mit dieser Fläche die Hoffnung, ihr Eigenheim bald gegen eine neue Eigentumswohnung gleich um die Ecke eintauschen zu können. Der Wunsch ist verständlich, ihn aber mit der Ablehnung  von  öffentlich  geförderten Wohnraum und mit Vorurteilen gegenüber den Mietern zu verbinden, ist ein Indiz für selbstgerechten Egoismus. Offensichtlich ist bei einigen trotz der Weihnachtszeit die Empathie abhanden gekommen. Dabei haben diese Vorurteile mit der Realität gar nichts zu tun.

Alle Fachleute sind sich einig, dass wir in Recklinghausen dringend bezahlbaren Wohnraum benötigten, ohne dass damit Vorurteile gegenüber diesen Mietern verbunden werden. Im Fokus der Wohnbauförderung sollte daher die lebenswerte Stadt für alle Menschen in Recklinghausen stehen und nicht die Schaffung von exklusiven Stadtteilen. Beim Wohnungsbau muss darum eine soziale Durchmischung in allen Quartieren möglich sein, die verschiedene Wohnformen miteinschließt und dabei unterschiedliche Wünsche, Bedürfnisse und finanzielle Möglichkeiten der künftigen Bewohner berücksichtigt. Das alles findet sich auch so in der vom Rat verabschiedeten Vorlage „Wohnbauplanung“ wieder, nicht mehr und auch nicht weniger.

 

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