Das Recht auf Wind im Haar.

Radeln ohne Alter – das Recht auf Wind im Haar

 

Das Projekt „Radeln ohne Alter“, hat seinen Ursprung in Kopenhagen und versetzt alte und hilfsbedürftige Menschen in die Lage, mittels elektrischen Fahrrad-Rikschas, Lieblingsplätze oder neue und bekannte Orte mit dem Fahrrad zu besuchen – trotz körperlicher Einschränkungen. Die Bewegung hat mittlerweile Norwegen, Schweden und Finnland erreicht und verbreitet sich nach Europa und Übersee. In Deutschland existierte das Projekt bisher nur in Berlin (www.radelnohnealter.de).

Wir sind überzeugt, dass das Leben auch im hohen Alter noch voller Freude sein kann und soll. Deswegen sprechen wir uns für ein Projekt „Radeln ohne Alter“ auch für Recklinghausen aus. Eine Rikschafahrt ist ein Abenteuer, bei dem Eindrücke der Fahrt ebenso geteilt werden wie Lebensgeschichten. Die Fahrt bereichert beide, Pilot und Passagier. Eine simple Ausfahrt macht aus Unbekannten Nachbarn, manchmal Freunde.
 Wir sind daher für ein Recht auf Wind im Haar in jedem Lebensalter. „Wir glauben, das sich ein solches Projekt auch für Recklinghausen lohnen könnte“, sagte Holger Freitag. Denn jetzt hat auch die Nachbarstadt Essen bewiesen, dass man dieses Projekt mit einer arbeitsmarktpolitischen Förderung verknüpfen kann. Darüber hinaus wurde das Projekt nicht nur mit beschäftigungs- und sozialpolitischen Impulsen verbunden, sondern auch mit dem Ausbau der Infrastruktur für die Elektro-Mobilität. Das Projekt ist damit auch der Grundstein für den Ausbau einer E-Bike-Station in Essen. In 2017 entsteht dann eine Verleih-, Service- und Ladestation, die gleichzeitig ein Informations- und Anlaufpunkt für die Themen Elektromobilität sein wird. „Ein Thema, das auch in Recklinghausen im Bereich Fahrradverkehrsförderung zunehmend wichtig wird und zur Verbesserung unseres Klimas beitragen kann“, so Holger Freitag.

Seit September 2016 verhelfen in Essen bis zu acht Langzeitarbeitslose auf vier elektrischen Fahrrad-Rikschas Hochbetagten, die nur noch selten aus den eigenen vier Wänden kommen, zu ihrem Recht den Wind in den Haaren spüren zu dürfen. Möglich wurde dieses Projekt in Essen durch die Zusammenarbeit vieler Organisationen: der Diakonie Essen gGmbH als durchführender Träger der Maßnahme, das JobCenter fördert das Projekt, das Umweltamt hat im Rahmen einer Klima-Initiative mit der Förderung durch das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die E-Rikschas beschafft, die Allbau AG übernimmt im Rahmen des Projekts die Kosten für den Umbau und die Bereitstellung der Räumlichkeiten.

Wir wollen hierzu jetzt einen Antrag stellen, ein Projekt „Radeln ohne Alter“ auch in Recklinghausen durchzuführen. Dazu soll die Verwaltung mit den Wohlfahrtsverbänden, der Arbeitsagentur und der Wohnungsgesellschaft Kontakt aufnehmen und Chancen für die Umsetzung und Realisierung eines solchen Projektes prüfen. „Die Verknüpfung mit einer arbeitsmarktpolitischen Förderung könnte auch in unserer Stadt für die Projektteilnehmer eine echte Chance bieten, sich entweder direkt in den Arbeitsmarkt zu integrieren oder sich auf eine Qualifizierung in der Wachstumsbranche Seniorenwirtschaft vorzubereiten“, ergänzt Holger Freitag. Die Grünen sind sich sicher, dass mit einem Projekt „Radeln ohne Alter“ die Stadt nicht nur etwas zur Mobilisierung von Senioren beitragen kann, sondern auch die Elektro-Mobilität zu einem Schub verhelfen kann.

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