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Protest der Allianz zeigt Wirkung – Deutsche Bahn verspricht Verbesserungen und zügige Umsetzung

 

Wo andere noch ihr Heil in der Formulierung von Resolutionen sehen, hat die Allianz aus CDU, FDP und Grünen zügig gehandelt. Unser Protestschreiben zu den Mängeln im und um den Hauptbahnhof zeigte Wirkung und führte zu einem Treffen mit den Bahnverantwortlichen. In dem kurzfristig für Dienstag, 22. Februar 2018 anberaumten Termin, stellten sich die Bahnverantwortlichen den Fragen und der Kritik der Politik.

Die Bahnvertreter zeigten am Ende des Austausches Einsicht und versprachen zugleich die von uns aufgezeigten Defizite und Mängel im und um den Hauptbahnhof Recklinghausen zügig zu beseitigen und die Aufenthaltsqualität im Bahnhof Recklinghausen zu verbessern. Der Generalbevollmächtigte der DB, Werner Lübbering, berichtete darüber hinaus, dass der Bahn mittlerweile 1,3 Milliarden Euro konkret für das Ruhrgebiet zur Verfügung ständen und ein Teil davon auch in Recklinghausen investiert wird.

Die Ergebnisse des Gespräches im Einzelnen:

Beseitigung der Bahnübergangs Hochlarmark

Michael Gunlich von der DB Netz AG berichtete, dass seit 2014 für den Umbau des Bahnüberganges in Hochlarmark sich eine schwierige Situation ergeben hat. Einmal durch den Wegfall einiger Gleisanlagen und andererseits durch die Bodenverhältnisse bzw. des Baugrundes dort. Ende März 2018 wird es nun eine Entscheidung über eine Bauvariante geben bzw. welche Maßnahme in Hochlarmark durchgeführt wird. Die Vorplanung und die weitere Planung geschieht in enger Abstimmung mit der Stadt und wird ca. zwei Jahre dauern, sodass 2023/2024 die Maßnahme „Untertunnelung Bahnüberführung Hochlarmark“ angegangen werden kann

Eisenbahnüberführung Herner Straße I

Die Vorplanung hierzu wird im zweiten Quartal 2018 fertig gestellt sein. Der Baubeginn ist für das Jahr 2022 anvisiert. Die voraussichtliche Inbetriebnahme dann 2024. Die Herner Straße wird dann bauzeitlich mindestens mit einem Fahrstreifen weiter befahrbar sein.

Schlachthofbrücke – Herner Straße II

Der Baubeginn wird Anfang 2019 sein und die Fertigstellung Ende 2019. Die Schlachthofbrücke wird für diesen Umbau vollständig geschlossen und das Teilstück der Herner Straße zur Schlachthofbrücke soll dann gleichzeitig bis dahin erneuert werden.

Kunstmeile-Brückendurchgang

Die ehemalige Zechenbahnunterführung wird ab April 2018 erneuert, sodass es dann eine direkte Verbindung zur gegenüberliegenden Teilstrecke der Kunstmeile geben wird. Technisch wird eine vorgefertigte Hülle in die vorhandene Öffnung geschoben. Der Übergang Kurt-Schumacher-Allee wird versetzt, um eine gerade Verbindung bzw. Querung zu ermöglichen. Fertigstellung wird Ende 2018 sein.

Radstation

Der Vertreter von DB-Service erläuterte nochmals, dass die Zuständigkeit für die Genehmigung bei der Bahnentwicklungsgesellschaft liegt, die jeweils zu 50% der Bahn und 50% dem Land NRW gehört. Beschlossen ist – wie bereits vereinbart – die Überbauung der linken Parkfläche zwischen Anlieferungsrampe und Bahngebäude. Der rechte Teil bleibt vorerst Teil des DB-Parkplatzes. Angegangen wird jetzt der Gestattungsvertrag, der der Stadt erlaubt, über eine bestimmte Zeit dort auf der Fläche eine Radstation zu errichten. Am 15.03.2018 kommt es zu einem erneuten Treffen vor Ort um die Situation der Rampe in Augenschein zu nehmen. Der von der städtischen Verwaltung vorgelegte Bebauungsplan muss jetzt noch vom Eisenbahnbundesamt auf Richtigkeit geprüft werden. Im Frühjahr erwartet die Stadt die Fördermitteilung vom Land für das Vorhaben. Sowohl DB als auch die Stadt drängen auf einen möglichst schnelle Bearbeitung des Bauantrags.

Bahnhofsausstattung und infrastruktureller Handlungsbedarf

Thema Aufzüge:  Die DB-Service entschuldigte sich für die Verzögerungen. Das Austauschprogramm sollte bereits längst umgesetzt sein, aber Wassereinbrüche in den Aufzugsschächten hätten dies verhindert und einen Baustopp erwirkt. Man gab zu, dass bei der Planung auch Fehler passiert sind. Die Firma Schindler wird nun zum 31.03. 2018 den Aufzug II fertig stellen. Ende Juni – mit Rücksicht auf die Ruhrfestspiele – wird dann der Aufzug ! fertig gestellt.

Anzeigetafel in Vorhalle: 40.000 Euro werden dafür investiert und in die Planung für 2018 mit aufgenommen.

Hinweistafel am Osteingang: Installation einer entsprechenden Tafel wird in 2018 umgesetzt.

Wartebereich: Auf Gleis 1 wird die nicht optimale Beleuchtung verbessert, die Glasvitrinen werden zurück gebaut, die Sitze werden ausgetauscht und zum Gleis hin ausgerichtet (in 2018). Ebenfalls wird ein windgeschützter Unterstand im Außenbereich des Gleises aufgestellt (in 2018).

Sicherheit im Innen- und Außenbereich: Siebzehn hochauflösende Kameras neuester Technik sollen für die Sicherheit sorgen.

Schließfächer: Eine Kundenbefragung vor Ort soll Aufschluss über die Notwendigkeit ergeben, ob Schlie0ßfächer wieder installiert werden sollen oder nicht.

Leerstand: Eine Vertragsunterzeichnung mit einem neuen Gastronomen soll kurz vor Abschluss stehen.

Zugang zum Gleis 1 im Bereich Buswarteplatz: Geprüft soll eine Zugangsmöglichkeit für Busreisende vom Bushalteplatz am Bildungszentrum des Handels.

Künstlerische Gestaltung des Durchganges zu den Gleisen: Die Bahn erteilt die Erlaubnis, das Ergebnis eines Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung im des Durchgang zu den Gleisen umzusetzen.

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