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Grüne Sicht zum Thema Kunstrasen

 

Auch bei vielen Recklinghäusern schlägt das Herz für Fußball. Das merkt man eindrucksvoll an der Dichte der Fußballvereine in der Stadt Recklinghausen. Alleine in Recklinghausen gibt es 14 Fußballvereine. Allerdings haben nur drei davon einen bzw. mehrere Kunstrasen. Die bekannteste dürfte wohl die Anlage von FC/JS Hillerheide sein. Viele Vereine wie der FFC Recklinghausen kämpfen jahrelang um Förderung für einen Kunstrasenplatz. Aber ist dieser Hype um Kunstrasenplätze wirklich gerechtfertigt? David Beckham sagte einmal: „Als Fußballprofi kann man nicht auf so einem Feld(Kunstrasen) spielen. Man kann von keinem Athleten Höchstleistung darauf erwarten. Was der deinem Körper antut, du bist nach drei Tagen in Stücken.“  Dies bestätigen auch zahlreiche Artikel und Berichte über Kunstrasen. Darin Heißt es unter anderem: „Insbesondere im Outdooreinsatz sind die Spätfolgen heute noch kaum absehbar.

Vor diesem Hintergrund wäre es bedenkenswert, dem Naturgrün auf den Sportplätzen mehr professionelle Pflege und Betreuung angedeihen zu lassen und so für gute Platzverhältnisse zu sorgen. Es gibt genügend Beispiele für den sichtbaren Erfolg professioneller Pflege. „Daher scheint es vernünftig, zuerst hier die vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor man sich der vermeintlich bequemen Lösung des Kunstrasens zuwendet“, so der sportpolitische Sprecher der Grünen, Thorben Terwort.  Ein beeindruckendes Beispiel an dieser Stelle ist der FC Schalke 04. Dieser Verein hat viel Geld in die Hand genommen und eine bewegliche Plattform ins Stadion bauen lassen, damit der Rasen aus dem Stadion raus und wieder rein gefahren werden kann. Und das alles nur um dem Rasen die beste Pflege zukommen zu lassen. Weiter heißt es in dem Bericht: „ Denn Fußball und Naturrasen- das ist auch eine emotionale Verbindung, die seit vielen Jahrzenten besteht und einen Teil der Faszination dieses Sports ausmacht. Deshalb sollte Kunstrasen vielmehr als Alternative zum Naturrasen gesehen werden, wenn es darum geht Tennenflächen zu ersetzten oder Sportflächen in Ballungsräume mit hoher Auslastung oder an sonstigen Extremstandorten zu bauen.“

Warum also, wollen so viele Vereine einen Kunstrasenplatz. Ein Kunstrasen weißt folgende Vorteile auf: Nie mehr sprengen. Nie mehr mähen. Nie mehr düngen oder nachsähen. Immer ein grüner Rasen. Ideal für Allergiker. Geringe Staubbildung. Hohe Nutzungsintensität möglich(beschränkt sich auf ca. 12 Jahre).

Das waren nur ein paar der Vorteile, kommen wir nun zu den Nachteilen: Teurer in Gesamtkosten (€450.00-600.000€, wobei es starke unterschiede zwischen den einzelnen Qualitäten gibt). Entsorgungsprobleme(Es gibt mehrere Firmen in den Niederlanden die den Kunstrasen aufwendig reinigen, mahlen und Recyceln). Leicht brennbar. Höheres Verletzungsrisiko.

Wir sehen, dass die Entscheidung, einen Kunstrasen zu installieren, nicht Aufgrund der Kosten gefällt wird. Auch Thorben Terwort, der Mitglied im Sportausschuss ist und selber schon jahrelang Fußball spielt, hat eine geteilte Meinung: „Für mich gibt es nichts schöneres, als auf Naturrasen zu spielen, aber ich bin genauso enttäuscht, wenn das Spiel bzw. das Training aufgrund der Witterung ausfällt. Von daher kann ich es gut nachvollziehen, wenn kleinere Vereine sich dazu entscheiden, einen Kunstrasen zu holen. Gerade im Winter ist es schwer den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten mit einem normalen Naturrasen.“

Fazit: Ein Kunstrasen hat Vor-und Nachteile. Gerade bei kleineren Vereinen, wo es eine hohe Rasenbelastung gibt, macht der Kunstrasen bei unseren klimatischen Verhältnissen  durchaus Sinn, auch wenn für viele der Naturrasen schöner ist.

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