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Foto: HF/Grüne RE

Massentierhaltung: Grüne gegen die Westfleisch-Erweiterung in Oer-Erkenschwick

In der Recklinghäuser Nachbarstadt Oer-Erkenschwick beabsichtigt das Unternehmen „Westfleisch“ eine Erweiterung der Firmengebäude und damit zugleich verbunden eine Erhöhung der Schlachtzahlen. Von zurzeit 2,6 Millionen Schweinen soll nach Fertigstellung der Bauaktivitäten dann die Schlachtzahl pro Jahr auf fünf Millionen Schweinen erhöht werden.

Die Grünen solidarisieren sich mit der BI „Nein zur Westfleisch-Erweiterung“ und beteiligten sich jetzt an einem gemeinsamen Infostand am Samstag 17. Februar auf dem Altstadtmarkt. Gemeinsam im Bündnis mit Vertretern der BI, dem BUND, der Partei Die Linke und der Tierschutzpartei sammelten wir Protestunterschriften. Die geplante Erweiterung von „Westfleisch wird immense Auswirkungen auf das Schwerlastverkehrsaufkommen haben, auf die Abwasserproblematik und auf die Arbeitsbedingungen für die Belegschaft. Besonders ist die geplante Erweiterung ein Ergebnis der Massentierhaltung. Rund 60 Kilo Fleisch essen wir Deutsche pro Kopf und Jahr. Dieser hohe Fleischkonsum birgt nicht nur gesundheitliche Risiken. Er erzwingt auch eine Massentierhaltung, die auf Mensch, Tier und Umwelt keine Rücksicht nimmt.

SCHLUSS MIT DER MASSENTIERHALTUNG

Gutes Essen geht auch mit weniger Fleisch. Über 1.000 Tiere verspeist der typische Deutsche in seinem Leben – unter welchen Bedingungen werden diese Fleischmassen produziert? Unsere Konsumentscheidungen prägen die Welt. Das zeigt sich besonders beim Fleischkonsum. Billiges Fleisch gibt es nur gegen millionenfaches Tierleid in der Massentierhaltung. Es muss Schluss damit sein, Tiere an Haltungssysteme anzupassen, indem z.B. Schweinen die Ringelschwänze und Hühnern die Schnabelspitzen entfernt werden. Es muss Schluss damit sein, immer mehr Tiere auf engstem Raum zusammenzupferchen.

„Tiere müssen als unsere Mitlebewesen ihr arteigenes Verhalten ausleben können“, so Holger Freitag. Wir GRÜNE halten die Massentierhaltung für nicht verantwortbar. Gesundheit und die gesamte Lebensleistung der Tiere sollte bei der Zucht im Vordergrund stehen, nicht die Höchstleistung ohne Rücksicht auf die körperlichen Grenzen der Tiere. Wir wollen die Errichtung neuer Riesenställe und Megamastanlagen stoppen und die Subventionierung der Massentierhaltung beenden.

Antibiotika sind der Schmierstoff für die Massentierhaltung. Ihr massiver Einsatz in der Tierhaltung gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung, denn Antibiotika für die Humanmedizin drohen aufgrund von Resistenzbildungen unwirksam zu werden. 30 Prozent der Weltgetreideernte landen heute nicht auf dem Teller, sondern im Trog. Die Intensivtierhaltung ist damit zum Lebensmittelkonkurrenten des Menschen geworden. Die Tierhaltung in Deutschland ist auf den massiven Import von Eiweißfuttermitteln angewiesen. Aktuell führen wir allein aus Südamerika Soja von zusätzlich 5 Millionen Fußballfeldern Ackerland ein. Dort werden Kleinbauern von ihrem Land vertrieben, die Lebensmittelerzeugung der Menschen vor Ort verdrängt und der Regenwald für den Sojaanbau gerodet. Der Anbau von gentechnisch veränderten Sojabohnen führt zu einem massiven Einsatz von Pestiziden mit weitreichenden Folgen für die Gesundheit der Menschen vor Ort und für die Umwelt.

Für Fleisch in Maßen statt in Massen! Wir GRÜNE finden: Fleisch und tierische Lebensmittel in Maßen statt in Massen ist der richtige Weg. Und dann kann auch ein freiwilliger vegetarischer Tag in der Woche helfen, auf schmackhafte Weise über die gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen der Massentierhaltung aufzuklären.

 

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