Foto:pixabay/Krakow/Polen

Für eine neue und faire Aufteilung des Straßenraums

 

Die Ausgestaltung der Quartiere in Recklinghausen wird nach wie vor vom motorisierten Verkehr und seiner Infrastruktur bestimmt.  Die  vollgestopften Straßen, der regelmäßige Stau am Morgen und am Abend, zugeparkte Straßenränder und das tägliche Suchen nach einem Parkplatz beeinträchtigen immer mehr die Qualität des öffentlichen Raums und offenbaren zugleich, wie ungerecht der Straßenraum bislang verteilt ist. Neue Lösungen müssen her: Eine neue und faire Aufteilung des Straßenraums und einen Wandel der Mobilitätskultur.

Wir fordern daher,  jetzt bereits ein Projekt auf den Weg zu bringen, wie sich unser Straßenraum in Zukunft gerechter aufteilen lässt, so dass auch auf Hauptstraßen bequem, zügig und sicher Rad gefahren werden kann.  „Denn an verschiedenen neuralgischen Punkten in unserer Stadt muss die Aufteilung des Straßenraums zugunsten von Radfahrern verändert werden und ein durchgängiges Radwegenetz ist nur erreichbar, wenn wir den Straßenraum neu aufteilen und Raum für den Radverkehr vorsehen“, so Christel Dymke.

In einigen Städten europäischer Länder wird bereits der Straßenraum zwischen den Verkehrsteilnehmenden neu verteilt. Die Radwege werden breiter, Parkstreifen werden zu Fahrradspuren umgebaut, die Auto-Fahrspuren und ihr Anteil am Straßenraum schrumpfen. Die Gestaltung der Radwege z.B. in Seviias ist weitestgehend einheitlich. Erreicht wird dies durch eine grüne Einfärbung der Radverkehrsinfrastruktur und standardisierte Breiten. Dies dient der Sichtbarkeit der Infrastruktur sowie der einfachen Nutzbarkeit. Die Farbe der Einfärbung wurde übrigens durch die Einwohner Sevillas bestimmt, sie entschieden sich statt der bislang verwendeten roten Farbe für eine grüne Einfärbung. Eine Maßnahme auch für Recklinghausen!

Wir merken bereits heute, dass die Verkehrsinfrastuktur physikalisch an ihre Grenze kommt. In der Zukunft muss es daher eine neue und faire Aufteilung des Straßenraums und einen Wandel der Mobilitätskultur geben. Die Stadt muss ihren Bürgern eine möglichst nahtlose Mobilität in den kommenden Jahren ermöglichen und gleichzeitig die Lebensqualität garantieren. Beispiele hierfür sind neben London insbesondere Barcelona, aber auch Zürich, Oslo oder Kopenhagen mit ihren auf ÖPNV und Radverkehr konzentrierten Mobilitätskonzep-ten.

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