In der Stadt ist es zu heiß

Erkenntnis aus einem Workshop des Klimabeirates: In der Stadt ist es zu heiß – Ja, das wissen wir!

 

Statt dem gesunden Menschenverstand und den eigenen Erfahrungen zu vertrauen, gibt es mittlerweile eine zunehmende Gutachtergläubigkeit und ein häufig zu beobachtendes Erweckungserlebnis bei Teilnehmern in manch einem Workshops. So auch im letzten Workshop des Klimabeirates. Dort beschäftigte man sich damit, wie Maßnahmen die Temperaturen in der Altstadt senken können. Doch diese Erkenntnis, dass es im Sommer in der Stadt zu heiß ist, ist bei weitem nicht neu. Ja, wir wissen es schon lange: Stadtbäume sind für das Klima wichtig. Bäume haben vielfältige Funktionen im Ökosystem, sie erfreuen nicht nur uns Menschen, sondern sie wirken auch dem Treibhauseffekt entgegen! Das trifft auch und besonders auf die alten Alleebäume an der Maybachstraße zu. Ebenso ist bekannt, dass bei den hochsommerlichen Temperaturen sich die Gebäude und Straßen in der Stadt besonders aufheizen. Umso wichtiger sind Straßenbäume und Bäume in Parks, die nicht nur Schatten spenden, sondern als  lebendige Klimaanlage im Stadtraum fungieren. Alle diese Erkenntnisse sind nicht neu, aber es fehlt leider immer wieder an der praktischen Umsetzung in unserer Stadt.

Bereits im letzten Sommer haben die Grünen auf dem neuen Kirchplatz mit Vertretern der Innenstadtquartiere, dem Standortmanager Jochen Sandkühler, dem Dezernenten Grunwald, mit Dr. .Jehrke vom Museum Jehrke und einer Stellvertreterin von Probst Quante zusammengesessen und darüber diskutiert, mit welchen Strategien die Stadt der Aufheizung der Plätze in der Innenstadt gegenwirken könnten. Als Ergebnis wurden die gleichen Vorschläge wie jetzt im Workshop des Klimabeirates gesammelt – ein Mix aus Bäumen und Wasser -, aber bis heute wurden diese Maßnahmen trotz Versprechen leider nicht umgesetzt. Was nutzen uns also Erkenntnisse aus Workshops und Gutachten, wenn dann doch wieder der Stellenwert der Stadtentwicklung oder der Verkehrsplanung als vielfach missbrauchtes Alibi verwendet wird für eine neue Naturzerstörung, wie z.B. an der Maybachstraße oder auf dem ehemaligen Gelände der Trabrennbahn.

In Recklinghausen werden jedes Jahr weit mehr  Bäume gefällt als neue gepflanzt. Wir benötigen dringend eine kommunale Strategie für eine grüne Stadtentwicklung, die unter anderem ausreichende Finanzmittel für Pflanzungen und den Erhalt der Bäume in unserer Stadt bereitstellt.

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